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Ausstellung

Margrit Gisclon @ open space

30. April 2026 - 7. Juni 2026
Bild von Margrit Gisclon

Margrit Gisclon

 

Die Ausstellung findet in Erinnerung an Margrit Gisclon statt, rund 15 Jahre nach ihrem Tod. Nach Aufenthalten in der Psychiatrie Herisau, wo Margrit Gisclon ebenfalls malte, hinterliess sie nach ihrem Suizid im Jahr 2011 rund 100 Bilder, die zuvor nie öffentlich gezeigt worden waren. Georges Gisclon, ihr Ehemann, hat eine Auswahl dieser Werke für die Ausstellung im open space zusammengestellt.

Ausstellung

Ein grosser Teil der gezeigten Werke entstand im «geschützten Raum». Diese Form der Maltherapie stützt sich auf die Theorie von Arno Stern: Gemalt wird frei von äusseren Einflüssen, ohne Kommentare oder Bewertungen von aussen.

Die Ausstellung ist zu den regulären Öffnungszeiten des open art museum, St.Gallen im open space im Foyer zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Idee und Motivation

«Liebe Besucher*innen des open art museum, liebe Familie, Freunde und Bekannte

Bereits in den 1980er-Jahren waren Margrit und ich selbst regelmässig hier an der Davidstrasse – im Museum im Lagerhaus, wie es damals hiess. Die sogenannten naiven Werke faszinierten uns. Als ich von der Ausstellung Ein Traum von einem Ballkleid (28.8.25 bis 22.2.26) im open art museum erfuhr und realisierte, dass es sich dabei um Werke aus dem Bilderlager der Universitären Pychiatrischen Kliniken Basel handelte, war das für mich der Anstoss, einige Bilder meiner verstorbenen Frau Margrit im Foyer zu zeigen. Denn nach Aufenthalten in der Psychiatrie Herisau – wo sie auch malte – und ihrem Suizid 2011 hinterliess mir Margrit rund 100 Bilder, welche ich vorher nie gesehen hatte. Ich hortete diese seither wie einen privaten Schatz!

Warum? Schon in jungen Jahren erlebte und schätzte ich die kreative Seite Margrits – immer wieder überraschte sie mich mit gewagten Farbkombinationen beim Einrichten oder beim Basteln. Beim Modellieren fiel mir auf, dass die gestalteten Theaterfiguren einen starken Ausdruck hatten, kunstvoll modelliert und bemalt. Diese Fähigkeiten erlebte ich auch während ihrer Berufstätigkeit als Kindergärtnerin. Eindrücklich dabei war auch immer wieder ihre Gabe, Gesichter zu lesen und in Erinnerung zu behalten. So konnte sie beispielsweise Kinder Eltern zuordnen, bevor sie die Kinder kennengelernt hatte. Oder sie erkannte die Eltern noch 30 Jahre später bei zufälligen Begegnungen und konnte sie ohne zu zögern zuordnen…

Die im Foyer aufgehängten Bilder habe ich intuitiv zusammengestellt – ob plakativ oder chaotisch gemalt, einen Hinweis auf ihren psychischen Zustand abzulesen, ist natürlich schwierig und sei den Betrachter*innen überlassen.

Georges Gisclon»

Dialog zu Emotionen und Gedanken

«Liebe Besucher*innen des open art museum, liebe Familie, Freunde und Bekannte

wenn Sie im open space (Foyer) des open art museum innegehalten haben, freut mich das sehr. Falls Sie Fragen haben oder einfach mit mir über Gott und die Welt plaudern möchten, bin ich in den nächsten Wochen immer wieder vor Ort – und zwar an folgenden Tagen, jeweils ab 15 Uhr bis zum Ende der Öffnungszeit:

April: 30. April
Mai: 1. Mai, 2. Mai, 5. Mai, 9. Mai, 22. Mai, 23. Mai, 28. Mai, 30. Mai
Juni: 5. Juni, 7. Juni

Sie können mich auch gerne per E-Mail kontaktieren:
georgesdidi@icloud.com

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Georges Gisclon»

Biographie

Margrit Bertschinger wurde 1949 in Wädenswil ZH geboren. Dort wuchs sie mit einer älteren Schwester und einem jüngeren Bruder auf. Bereits als Säugling erkrankte sie an Kinderlähmung; später kamen epileptische Anfälle hinzu. Ihre Kindheit war deshalb über lange Zeit von Therapien und Behandlungen geprägt. Dennoch blieb sie ein fröhlicher und zuversichtlicher Mensch.

In Wädenswil besuchte sie die Schule, anschliessend die Töchterschule in Zürich sowie das Kindergärtnerinnen-Seminar, das sie 1970 erfolgreich abschloss. Während dieser Zeit entwickelte sie eine besondere Vorliebe für musische Fächer. Mit grosser Begeisterung spielte sie verschiedene Blockflöten, darunter C-, Alt- und Bassflöte.

Im Frühling 1970 lernte sie Georges Gisclon kennen, ihren späteren Ehemann. Die Heirat fand 1972 in Lenzburg statt. Von 1972 bis 1976 arbeitete Margrit Gisclon als Kindergärtnerin in Hendschiken AG. Danach zog das Paar in die Ostschweiz nach Herisau, wo sie von 1976 bis 1980 erneut als Kindergärtnerin tätig war. 1980 und 1982 wurden ihre beiden Söhne geboren. Daneben arbeitete sie nebenberuflich an der Musikschule Herisau.

1983 erkrankte Margrit Gisclon an einer schweren Depression. Im Rahmen der Abklärungen zeigte sich auch eine familiäre Vorbelastung. Ein sechswöchiger Aufenthalt in der Klinik Herisau brachte nur vorübergehend Entlastung; ein weiterer Aufenthalt im Jahr 1984 belastete sie stark, nicht zuletzt wegen der Medikamente, die sie schlecht vertrug und die erhebliche Nebenwirkungen verursachten. Sie äusserte den Wunsch, nie wieder in eine psychiatrische Klinik eingewiesen zu werden. Trotz allem bemühte sie sich immer wieder, aktiv zu bleiben – sie malte, modellierte und sang im Kirchenchor von Gaiserwald. Ihr Zustand verschlechterte sich jedoch im Lauf der Jahre. Zudem litt sie unter zwanghaften Gedanken, die ihren Alltag stark beeinträchtigten, sodass ihr selbst das Lesen eines Buches kaum mehr möglich war. Nach jahrelangen, wiederkehrenden Suizidgedanken nahm sie sich im Juli 2011 das Leben.