Sprachbilder – Bildsprachen. Ein Tag zu Adelheid Duvanel
10 bis 20 Uhr
4. September 2026Eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit Adelheid Duvanel in Form von Workshop, Ausstellung, Theater, Table Ronde im open art museum, St.Gallen
Zusammen mit der Université de Genève lädt das open art museum zur eintägigen Veranstaltung Sprachbilder – Bildsprachen ein, um Adelheid Duvanel aus unterschiedlichen Perspektiven neu zu entdecken: als Autorin, als bildende Künstlerin und als Persönlichkeit, deren Werk bis heute berührt, irritiert und fasziniert.
In Vorträgen, Gesprächen und Diskussionen geht es um die Frage, wie Literatur und bildnerisches Schaffen bei Duvanel ineinandergreifen, und warum ihr Werk gerade heute wieder so viel Aufmerksamkeit erfährt. Ein besonderes Highlight ist ein Auszug aus dem neuen Theaterstück Chrüsimüsi der Regisseurinnen Eléonore Bonah und Maria Clara Castioni nach Erzählungen von Adelheid Duvanel. Noch vor der Uraufführung an den Bühnen Bern am 18. September 2026 gibt die Veranstaltung einen ersten Einblick in diese neue szenische Auseinandersetzung mit Duvanels Texten. Zum Abschluss diskutiert eine Gesprächsrunde aktuelle Perspektiven auf Adelheid Duvanel. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Adelheid Duvanel bereits kennen oder ihr Werk erstmals entdecken möchten. Fachwissen ist nicht erforderlich – nur Interesse an Literatur, Kunst und einer Künstlerin, deren Werk sich einfachen Zuschreibungen entzieht.
Adelheid Duvanel (1936–1996) gehört zu den eigenwilligsten Stimmen der Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts. Ihre kurzen, präzisen Erzählungen öffnen Welten, die zugleich alltäglich und fremd, komisch und abgründig, zart und verstörend sein können. Seit der Neuausgabe ihrer sämtlichen Erzählungen unter dem Titel Fern von hier ist ihr Werk 2021 einem breiteren Publikum neu zugänglich geworden. Seither wächst das Interesse an dieser aussergewöhnlichen Autorin stetig. In den vergangenen Jahren sind weitere Seiten ihres Schaffens sichtbar geworden: ihre Briefe, erschienen unter dem Titel Nah bei dir, ihre Kolumnen, Feuilletons und Rezensionen in Es gibt Tage. Sie zeigen Adelheid Duvanel nicht nur als Schriftstellerin prägnanter Erzählungen, sondern auch als genaue Beobachterin des Alltags, als scharfsinnige Kommentatorin und als Künstlerin, deren Schreiben eng mit Bildern verbunden ist. Denn Duvanels Werk reicht weit über die Literatur hinaus. Ihr künstlerischer Nachlass im open art museum, St.Gallen, und im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern umfasst zahlreiche Zeichnungen und Gemälde: mal zart, surreal, aber auch expressiv, in kräftigen Farben. In ihnen wird sichtbar, wie eng Wort und Bild in ihrem Schaffen miteinander verwoben sind. Diesem Zusammenspiel widmet sich auch die aktuelle Ausstellung Adelheid Duvanel im open art museum, die noch bis zum 18. Oktober 2026 zu sehen ist.
Eine Kooperation des open art museum mit der Universität Genf, unterstützt vom Schweizerischen Literaturarchiv, Bern.
Tickets
- Tagesticket regulär: CHF 35
- Tagesticket ermässigt (IV/Kulturlegi): CHF 20
- Für Studierende/Personen in Ausbildung: gratis
- Lunch (Anmeldung per Mail an info@openartmuseum.ch erforderlich bis zum 26.8.2026): CHF 25
Um eine generelle Voranmeldung per Mail an info@openartmuseum.ch wird gebeten.
Programm
Präsentationen und Diskussionen
Architektur Forum Ostschweiz, Davidstrasse 40
10.30 Uhr
Begrüssung
Monika Jagfeld, open art museum
Christine Weder, Universität Genf
Grusswort
Sabina Brunnschweiler, Amt für Kultur, Kanton St. Gallen
11 Uhr
Durchgänge, Abstürze und Grenzüberschreitungen. Adelheid Duvanels Ästhetik in den Medien Text und Bild
Joanna Nowotny, Schweizerisches Literaturarchiv Bern
11.45 Uhr
Figurationen der Kindheit bei Adelheid Duvanel
Thomas Traupmann, Universität Salzburg
12.30 Uhr
Gemeinsamer Lunch im Museumsfoyer
14 Uhr
Kürzestgeschichten: Adelheid Duvanels abenteuerliche Sprachbilder
Christine Weder, Universität Genf
14.45 Uhr
Adelheid Duvanel, Malerin mit Farben und Worten
Monika Jagfeld, open art museum
Ausstellungsrundgang
open art museum, Davidstrasse 44
16 Uhr
Die Kuratorin führt durch die aktuelle Ausstellung Adelheid Duvanel
Isabelle Zürcher, open art museum
17 Uhr
Apéro im Museumsfoyer
Abendprogramm
open art museum, Davidstrasse 44
18 Uhr
Theater
Auszug aus Chrüsimüsi nach Erzählungen von Adelheid Duvanel, Regie: Eléonore Bonah und Maria Clara Castioni (Premiere: 18. September 2026, Bühnen Bern)
18.30 Uhr
Table Ronde: Adelheid Duvanel heute
mit:
Judith Keller, Schriftstellerin
Eléonore Bonah, Regisseurin
Erwin Künzli, Verleger
Caspar Battegay, Literatur- und Kulturwissenschaftler
Elsbeth Dangel-Pelloquin, Literaturwissenschaftlerin
Moderation:
Valerie-Katharina Meyer, Literaturwissenschaftlerin und Autorin
Beteiligte
Literaturwissenschaftler, Fachgruppenleiter Kultur und Kommunikation am Institut für Geistes- und Sozialwissenschaften der Fachhochschule Nordwestschweiz sowie Lehrbeauftragter an der Universität Basel. Hat Duvanels Werk als «radikale Heimatliteratur» bezeichnet.
Theatermacherinnen; Regisseurinnen der dreisprachigen Theaterproduktion Chrüsimüsi (2026) nach Erzählungen von Adelheid Duvanel (Koproduktion Bühnen Bern, Comédie de Genève, Tüdi Productions; Uraufführung: 18. September 2026, Bern). Ihre Produktion schafft einen Raum für fröhlichen Widerstand gegen die Gewalt der Wirklichkeit.
Co-Leiterin Amt für Kultur Kanton St.Gallen. Studium der Deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft, Allgemeinen Geschichte und Publizistik. Tätigkeiten als Journalistin und in der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich verantwortlich für die Bereiche Tanz/Theater und Literatur.
Literaturwissenschaftlerin, Forschungsschwerpunkte (u.a.): Literatur der beiden Jahrhundertwenden um 1800 und um 1900; Literaturgeschichte der Tränen und der Küsse. Herausgeberin von Duvanels sämtlichen Erzählungen im Band Fern von hier (2021).
Kunsthistorikerin; Leiterin open art museum (früher Museum im Lagerhaus); Kuratorin der ersten Retrospektive und Herausgeberin der ersten Publikation zu Adelheid Duvanels bildkünstlerischem Werk: Adelheid Duvanel – Wände dünn wie Haut (2009).
Autorin; studierte literarisches Schreiben in Biel und Leipzig sowie Deutsch als Fremdsprache in Berlin und Bogotá. Den Texten von Adelheid Duvanel begegnete sie zum Glück früh im Studium und fühlt sich ihren Kurzformen verwandt.
Verleger (Limmat Verlag, Zürich). Mit den drei, bei Limmat erschienenen Duvanel-Bänden – Fern von hier (sämtliche Erzählungen, 2021), Nah bei dir (Briefe, 2024) Es gibt Tage (Feuilletons, Kolumnen, Rezensionen, 2025) – hat er massgeblich zur breiten Wiederentdeckung und aktuellen Wahrnehmung der Autorin beigetragen.
Literaturwissenschaftlerin, Lektorin und Literaturvermittlerin; schreibt selbst Prosa und Lyrik. Sie ist Co-Autorin des Buchs Widerstand und Übermut (2025; zusammen mit Nadia Brügger) zu Schweizer Schriftstellerinnen der 1970er-Jahre, das sich auch mit dem Briefwechsel von Adelheid Duvanel und Maja Beutler befasst.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dienst Forschung & Vermittlung des Schweizerischen Literaturarchivs (SLA), Bern, wo sie auch den Nachlass Duvanel betreut. Herausgeberin des Quarto 53 (SLA, 2024) zu Adelheid Duvanel.
Literaturwissenschaftler; Postdoc am Fachbereich Germanistik der Universität Salzburg; Forschungsschwerpunkte (u.a.): Materialität und Medialität, Formtheorie, Übersetzung. Interessiert sich besonders für Duvanels literarische Kinder.
Lehrt Neuere deutsche Literatur an der Universität Genf. Herausgeberin des Bandes: Adelheid Duvanel: Es gibt Tage – Feuilletons, Kolumnen, Rezensionen (2025); weitere Publikationen zu Duvanel, u.a. zu ihrer Perspektive auf Robert Walser.
Kunsthistorikerin; Sammlungskuratorin open art museum; Kuratorin der aktuellen Ausstellung Adelheid Duvanel im open art museum (bis 18. Oktober 2026).

