Damenwahl
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
Der Begriff «Damenwahl» beschreibt traditionell den Moment beim Paartanz, wenn plötzlich die Dame den Herrn auffordert und dadurch Benimm-Regeln bricht, die man erwartet und gewohnt ist. Die «Damenwahl» kann man allerdings auch als Wortspiel verstehen. In besonderem Masse ist dieses im Jahr 2021 möglich, in welchem das Schweizer Frauenrecht sein 50-jähriges Bestehen feiert: Fünf kurze Jahrzehnte, in denen Frauen nach Jahrhunderten des Schweigen-Müssens endlich ihre Meinung frei äussern und innerhalb der Gesellschaft mitreden dürfen.
Beide Aspekte spielen in der Sammlungsausstellung «Damenwahl» des Museum im Lagerhaus eine Rolle. Die Umkehrung von Erwartetem und das Mitspracherecht von Frauen. Zehn Frauen – von der international tätigen Künstlerin, über die erfahrene Mediatorin oder engagierten Musikerin bis hin zur jungen Studentin – wurden aufgefordert, Sammlungswerke des Museums, die durch weibliche Kunstschaffende realisiert wurden, auszusuchen. Für diese wie auch für die jeweilige Künstlerin übernehmen sie eine «Patenschaft». So entsteht eine Ausstellung der ganz besonderen Art. Für einmal werden die Rollen vertauscht: Nicht das Auge der Museumskurator*innen, sondern ein privater weiblicher Aussen-Blick bestimmt die Zusammensetzung der präsentierten Werke. Das Ergebnis ist ungewöhnlich. Es überrascht durch die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Arbeiten. Das, was alle Werke allerdings verbindet, ist der emotionale Bezug, den die Patinnen zu ihren jeweiligen Schützlingen im Vorfeld hergestellt haben. Wie dieser sich konkret gestaltet, wird dem Publikum durch die Wiedergabe von persönlichen Texten der zehn Frauen sowie Zitate innerhalb der Schau visualisiert. Die Besucher*innen sind dazu eingeladen, sich mit und durch die privaten Aussagen der Patinnen ebenfalls zu fragen: Was assoziiere ich mit diesen Werken? Was berührt mich? Was stösst mich ab? Ein gesondertes Projekt, jedoch mit direktem Blick auf und interagierend mit der «Damenwahl», gestaltet der Musiker Roman Rutishauser während der gesamten Ausstellungsdauer. 2018 verbrachte der Künstler eine Nacht im Archiv des Museums und liess sich von den Werken inspirieren. Das Ergebnis dieser Inspiration bringt er nun mit dem Projekt «Gerda ist gern da» ins Museum zurück.
Details
Kurator*in: Dorothee Haarer, St. Gallen
Ohne Titel
Köpfe (Beschreibender Titel)
Tusche auf Papier
Inventar-NR. oam_0020018
"Fasnacht" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Mischtechnik auf Papier
Inventar-NR. oam_0002758
Ohne Titel
Köpfe (Beschreibender Titel)
Fettkreide auf Papier
Inventar-NR. oam_0020015
"Balletöse" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Mischtechnik auf Papier
Inventar-NR. oam_0002754
"Ein Wanderbursch mit Stab" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Mischtechnik auf Papier
Inventar-NR. oam_0002750
Ohne Titel
Ornamental (Beschreibender Titel)
Tusche auf Karton
Inventar-NR. oam_0012762
Ohne Titel
Drei Frauen (Beschreibender Titel)
Tusche auf Karton
Inventar-NR. oam_0012763
"Le Palais-Royal Paris" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Tusche auf Papier
Inventar-NR. oam_0012666
"Galerie Henri Wenger, Neumarkt" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Tusche auf Papier
Inventar-NR. oam_0012668
"Riehentorstrasse, Bottega d'Arte" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Lithografie auf Papier
Inventar-NR. oam_0012664
Ohne Titel
Mensch mit dunkler Hautfarbe (Beschreibender Titel)
Gouache auf Papier
Inventar-NR. oam_0016170
Paar (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Filzstift auf Papier
Inventar-NR. oam_0016280
Ohne Titel
Mensch in Schwarz (Beschreibender Titel)
Gouache auf Papier
Inventar-NR. oam_0016171
"Güggel" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Filzstift auf Papier
Inventar-NR. oam_0016265





