Im Gedenken an Ulrich Bleiker
Ort: Museum im Lagerhaus (bis 1994 Vadianstrasse 57), St.Gallen
Vom 10. September bis 22. Oktober 1994 präsentiert die Stiftung für schweizerische naive Kunst und art brut in ihrem Museum im Lagerhaus, St. Gallen, Bilder des 44-jährigen Genfer Malers Pierre Aebischer sowie Zementplastiken des kürzlich verstorbenen Toggenburgers Ulrich Bleiker (1914-1994).
Während der Vorbereitungen zu Aebischers Ausstellung verstarb in Mogelsberg Ulrich Bleiker mit 80 Jahren. Dessen urtümlich-expressive Figuren begründeten von Anfang an einen wesentlichen Teil der Stiftungssammlung. Zu Ehren des Zementplastikers integriert das Museum nun ausser Programm eine Gedächtnisausstellung in Aebischers sensible Bildwelt hinein. Der Toggenburger Bauernsohn, Knecht, Bauer, Maurer und Fabrikarbeiter hat im Verlaufe von gut 25 Jahren, besonders aber nach seiner Pensionierung, ohne Kunstkenntnis ein packend künstlerisches Werk geschaffen. Die Gedächtnisausstellung gruppiert eine grössere Anzahl der wichtigsten Figuren - Tiere wie Menschen -, darunter eine imposante Schar grosser Frauengestalten aus Privatbesitz, jede von ihnen eine Persönlichkeit mit ausgeprägtem Charakter. Bleikers archaische Gestalten sind von einer formalen Dynamik, die man dem rauhen Zement kaum zutraute. Eine Dynamik, die sich aus der inneren Unbändigkeit nach aussen schlägt.
Details
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen



