Francis Mayor (1904–1995) – Erinnerungen und Visionen eines Matrosen
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
Vom 12. Mai bis 9. Juli beherbergt das Museum im Lagerhaus St. Gallen der Stiftung für schweizerische naive Kunst und art brut zwei Ausstellung parallel: Die eine ist dem Matrosen Francis Mayor gewidmet, die andere Peter Zahn sowie Elisabeth und Margarete, deren Werk in einer psychiatrischen Klinik entstanden ist.
Francis Mayor Francis Mayor ist 1904 in Lausanne geboren. Er erlebt eine dramatische Kindheit. Seine ledige Mutter hatte wiederholt versucht, ihr Kind zu töten, doch als sie den Zehnjährigen im See ertränken wollte, wurde er durch einen zufälligerweise vorbeigehenden Arzt gerettet. Der Bub kam in Waisenheime und in Familien, in denen er misshandelt wurde. Schliesslich floh er und wurde Matrose. 16 Jahre verbrachte er auf hoher See, bis er zum Lac Léman wechselte und schliesslich mit 84 Jahren in ein Altersheim im Waadtland eintrat. Hier lebte er zurückgezogen, Tiere fütternd und der Malerei ergeben, bis er vor wenigen Tagen gestorben ist, mitten während der Vorbereitungen zu dieser seiner zweiten Museumsausstellung, die von der Collection de l'art brut übernommen werden konnte. Mayor hatte ein Materiallager aus Illustriertenphotos, Steinen Ästen und andern Fundsachen angelegt, die er mit viel Phantasie in seine Malerei einfügte. In seinen Werken mischen sich aktuelle und religiöse Themen, Erinnerungen an seine Fahrten auf hoher See sowie imaginäre Abenteuer.
Details
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen


