3. Jubiläumsausstellung – Art Brut: Die Collection de l'Art Brut trifft das Museum im Lagerhaus
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
In diesem Jahr ist der Kanton Waadt Gastkanton der OLMA 2008. So kann das Museum im Lagerhaus parallel zur OLMA die Collection de l’Art Brut als Gastmuseum zu seiner 3. Jubiläumsausstellung begrüssen.
Das Lausanner Museum ist aus der Schenkung von Jean Dubuffet hervorgegangen, dem französischen Künstler, welcher mit einer ersten Sammlung von Art Brut überhaupt auch deren Konzept geprägt hat. Seit seiner Eröffnung 1976 wächst das Museum dank regelmässigen Neuerwerbungen von schweizerischer und internationaler Kunst stets weiter. Diese Entwicklung zeigt sich in der Ausstellung anhand von über 30 Werken von 9 der bedeutendsten Kunstschaffenden der Art Brut: von den strahlenden Kompositionen von Aloïse und den Musikzeichnungen von Adolf Wölfli, die Dubuffet seit Ende der vierziger Jahre erworben hat, bis zu den herausfordernden Stickereien von Helga Goetze, einer Ende 2007 entdeckten Berliner Künstlerin, über die bunt kalligrafischen Werke von August Walla oder die Riesenskulpturen von Eugenio Santoro aus den achtziger Jahren. Die Doppelausstellung „Die Collection de l’Art Brut trifft das Museum im Lagerhaus“ zeigt die Nähe, aber auch Abgrenzung beider Museen. Dubuffets Sammlung umfasst internationale Art Brut und Outsider Art, das Museum im Lagerhaus ist dagegen auf die Schweiz konzentriert und bezieht Naive Kunst mit ein. Damit gibt es immer wieder Überschneidungen beider Sammlungen, aber einen deutlich anderen Fokus. So präsentiert das Museum im Lagerhaus anstatt Aloïse und Wölfli Kunstschaffende, die zu „Klassikern“ des Hauses geworden sind: Benjamin Bonjour, Pierre Bonard, Jakob Greuter, Alfred Leuzinger und Alois Wey, oder Margarete und Elisabeth „die Vorstadtgräfin“. Gezeigt wird ausschliesslich Schweizer Art Brut aus dem eigenen Bestand. Bekannt sind Louis Soutter, Pilou sowie Joseph Giavarini („Der Gefangene von Basel“). Aber wohl kaum ein Name wird so sehr mit schweizerischer Art Brut identifiziert wie der von Hans Krüsi oder der von Ulrich Bleiker. Gerade diese beiden Künstler binden spezifische Elemente der Schweizer Kultur in ihre Werke ein: Alpfahrten und immer wieder die Kuh – verfremdet, überzeichnet oder gänzlich neu interpretiert.





