Emil Wickle (1905–1991) – Pya Hug (geb. 1922) – Wo die Bilder wohnen
Ort: Museum im Lagerhaus (bis 1994 Vadianstrasse 57), St.Gallen
Vom 13. November bis 29. Januar 1994 zeigt das Museum im Lagerhaus in St. Gallen Werke von Emile Wickle (1905-1991) und Pya Hug (1922-2017). So unterschiedlich die Ausdrucksweisen der beiden Autodidakt*innen sind, so ist ihnen doch eines gemeinsam: Sie wurzeln beide in der eigenen Biografie.
Der in 1905 in Speicherschwendi geborene Emil Wickle arbeitete nach Abschluss seiner Schulzeit zunächst auf dem kleinen Bauernhof seiner Eltern, begann dann eine Weberlehre, die er nicht abschloss, und kehrte wieder auf das elterliche Heimwesen zurück. Nach dem Tod des Vaters 1935 und der Mutter 1938 begann er ein unstetes Wanderleben, wobei er sich als Melker Güterknecht und Bauarbeiter durchschlug. 1954, nach einem einjährigen Aufenthalt im Bürgerheim seiner Heimatgemeinde Ebnat-Kappel im Toggenburg, wurde er erstmals in die Kantonale Psychiatrische Klinik in Wil SG eingewiesen. Weitere Klinikaufenthalte wechselten mit Platzierungen in Pflegefamilien; von 1962-69 lebte er bei einer Bauernfamilie im zürcherischen Hettlingen bei Winterthur, kehrte dann aber aus gesundheitlichen Gründen für die letzten 22 Jahre seines Lebens in die Klinik zu Wil zurück. Bereits in den fünfziger Jahren hatte Emil Wickle zu malen begonnen. In reich nuancierten Aquarellen, die von einer ausgeprägten Beobachtungsgabe künden, hielt er seine wechselnden Wohn- und Arbeitsorte fest - eine Biografie in Bildern entstand, ergänzt und erweitert durch ausführliche schriftliche Aufzeichnungen nin Agenden und tagebuchartigen Schreibheften. Pya Hug, 1922 in Domat-Ems nahe Chur geboren, wurde in ihrer Jugend durch weltliches und geistliches Brauchtum sowie die Arbeiten der katholischen Schwestern geprägt, bei denen sie jeweils im Winterhalbjahr dir Schule besuchte. Über vierzig Jahre lang lebte Pya Hug im Kanton St. Gallen, wohin sie dann in ihrem eigenen Haus eine Umgebung entstehen liess, in der Wirklichkeit, Phantasie, Traum und Märchen unentwirrbar ineinander verwoben sind. Bilder, Collagen, Objekte sind hier entstanden gemalt, aus Stickereimustern, Tapetenresten, Bordüren und mancherlei andern Materialien zusammengefügt, aus Wachs reliefartig oder vollplastisch geformt. Und nicht minder vielgestaltig sind ihre Themen, Biblische und kirchliche Motive sind nicht weniger häufig als Szenen aus dem ländlichen Alltag, aus Brauchtum und festlichen Anlässen, aus Märchen und der heimischen Sagenwelt.
Details
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen
"Bei Gädmen, St. Gallen Ost, Gemeinde Tablat" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Mischtechnik (Aquarell, Bleistift vorgezeichnet)
Inventar-NR. oam_0021317
"In Haagen-Bruggen St. Gallen West" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Aquarell auf Papier
Inventar-NR. oam_0021306
Kleiner Trommler (Überlieferter Titel)
Gouache und Collage auf Sperrholz
Inventar-NR. oam_0015977
Ohne Titel
Christbaum mit selbstgemachtem Schmuck in bemalter Flaschenvase (Beschreibender Titel)
(Diverse Materialien)
Inventar-NR. oam_0015985
Kreuzigung (Überlieferter Titel)
Triptychon (Beschreibender Titel)
Mischtechnik (Kästchen mit zwei Flügeln, Wachs, div. Materialien)
Inventar-NR. oam_0016011
"Sturnui" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
(Objekt mit Wachsmalerei und verschiedenen Materialien)
Inventar-NR. oam_0015979
"Vogelfrau" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Mischtechnik (Gips, Stoff, Federn, Jute und andere Materialien)
Inventar-NR. oam_0015975
"Orchester" (Titel gemäss Aufschrift / Inschrift)
Orchester in Theater (Beschreibender Titel)
Mischtechnik mit Papier (Stoff, Perlen, div. Glaselementen hinter Plexiglas (PMMA))
Inventar-NR. oam_0016031
Adam und Eva (Überlieferter Titel)
Mischtechnik (Wachs, Perlen, Stoff etc.)
Inventar-NR. oam_0016092




