Von der Wiege bis zum Graab
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
Vom 15. September bis 5. November zeigt das Museum im Lagerhaus St. Gallen der Stiftung für schweizerische naive Kunst und art brut die Ausstellung "Adolf Wölfli - Von der Wiege bis zum Grab". Diese begleitet die Schweizer Erstaufführung der Wölfli-Oper "Die göttliche Kirmes" von Per Noergaard im Stadttheater St. Gallen.
Wölfli hat ein zeichnerisches, dichterisches und musikalisches Gesamtkunstwerk unvorstellbaren Ausmasses geschaffen. Wohl kaum ein Künstler hat denn auch so viele 'Hommagen' anderer Kunstschaffender verschiedenster Sparten erhalten wie der ehemalige Bauernknecht, der 1930 nach 35 Jahren in der "Irrenanstalt Waldau" bei Bern 66jährig gestorben ist. Die Oper "Die göttliche Kirmes" oder "Wölfli, ein arrangierter Unglücksfall" des dänischen Komponisten Per Noergaard, die am 7. Oktober im Stadttheater St. Gallen in der Schweiz erstmals aufgeführt wird, basiert ebenfalls auf Wölfli-Texten. Parallel dazu kann das Museum im Lagerhaus nun in Zusammenarbeit mit der Adolf Wölfli-Stiftung in Bern eine Ausstellung mit Hauptwerken aus Wölflis zwischen 1908 und 1912 entstandenen Folianten zeigen mit dem Thema "Von der Wiege bis zum Graab. Oder, Durch arbeiten und schwitzen, leiden, und Drangsal bettend zu Fluch". Es handelt sich dabei um Wölflis imaginäre Lebensgeschichte, hinter deren aufsehenserregenden Abenteuern sich ein - wie alles in Wölflis Werk gigantischer - Weltentwurf aufbaut. Seit vielen Jahren schon wird Wölflis Universum erforscht. Man hat noch längst nicht ausgestaunt. Eine Einführung in Wölflis Welt an der Vernissage durch Dr. Elka Spoerri, Kuratorin der Adolf Wölfli-Stiftung am Kunstmuseum Bern, Führungen durch die Ausstellung, eine Einführung in die Oper im Stadttheater, eine Lesung von Wölfli-Texten durch Manuela Biedermann und Christoph Betulius vom Stadttheater-Ensemble vor den Originalbildern im Museum im Lagerhaus - durch Zusatzprogramme zu Ausstellung und Oper sollen eine Annäherung an Wölflis Gesamtkunstwerk ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen wird noch erweitert durch die Aufführung "Schweine und Blumen" in der Grabenhalle - eine szenische Begegnung mit Texten und Bildern der Gugging-Künstler durch das Freie Theater M.A.R.I.A., die weitere Aspekte der art brut aufzeigt.
Details
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen



