Edmond Engel (geb. 1937): Poetisches Unsiversum – Pascal Margot (geb. 1954): Horchen, was die Bäume uns sagen
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
Beide sind sie Autodidakten und Aussenseiter der Kunst, und beide stammen aus der Westschweiz, der Maler Edmond Engel und der Plastiker Pascal Margot, die das Museum im Lagerhaus, St, Gallen, vom 17. Februar bis 21. April ausstellt.
"Wir können von dannen gehen, aber wohin?", lautet der Titel des ersten von zwei Büchern mit Zeichnungen und Texten des 1937 geborenen Edmond Engel. Eines Tages hat er sich aufgemacht in seine Bilder hinein, und seither bricht die Reise nicht mehr ab. Sie führt in Gegenden, die auch uns aus Träumen irgendwie bekannt sind, in ausgeweitete Seifenblasen, in Wolken-Wasser-Himmelsgefilde voller Gaukeleien, in fliessende Räume und in ferne Galaxien oder blicken uns Chaos der neuesten "Metapsychischen Porträts". Mit ihm zusammen begegnen wir Gestakten zwischen Mensch und Tier, sich verändernden Wesen auf der grossen Reise zwischen dies- und jenseits. In seinen arbeitslosen Zeiten steigt der Flachmaler Edmond Engel ins "Poetische Universum" seiner Bildnereien ein, Maltechniken mit materialreichen Verdichtungen oder zwei von Engels Zeichnungen in seine Collection de l'art brut, die heute als "Neuve Invention" (wörtlich: "neue Erfindung") sind. Der 1954 in Sainte-Croix als Sohn eines Konstrukteurs von Musikdosen geborene Pascal Margot arbeitete an verschiedenen Orten im Waadtland als Holzer und Förster, fällte ein Jahr lang Bäume in Kanada und ist jetzt seit fünf Jahren sozial tätig. Von Kind aus waren die Bäume im Tannicht seine vertrautesten Freunde. Erschüttert durch den Tod des Vaters 1989 schuf er eine Reihe von Menschenköpfen und Tierfiguren, die er mit der Motorsäge im Wald direkt aus dem noch angewachsenen, gut mannshoch abgeschnittenen Baumstamm heraussägte. Ein Kurzfilm seines entfernten Cousins Alain Margot am welschen Fernsehen zeigt, wie selbstverständlich der Förster mit dem heulenden Ungetüm umgeht. Bis heute sind manch weitere Mensch- und Tierfiguren entstanden, einzig mit der Motorsäge bearbeitet, rau, expressiv- und zugleich voller Innigkeit. "Die Bäume sprechen zu uns", sagt Pascal Margot, "man muss horchen, was sie uns sagen". Mario del Curto, der manche art-brut-Schaffende einfühlsam porträtiert hat, ist auch Margots Arbeiten nachgegangen Eine Reihe seiner Fotos ist ebenfalls ausgestellt.
Details
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen


