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"Maria Török - Ein Lebenswerk" ist die Hauptausstellung des Museums im Lagerhaus, St. Gallen, überschrieben, die vom 5. Mai - 6. Juli gezeigt wird. Ergänzend dazu sind Filzstiftzeichnungen des 51-jährigen St. Gallers Peter Müller und Werkgruppen aus der Sammlung des Museums zu sehen.

Maria Török, 1907 in Budapest geboren, kam 1937 nach ihrer Heirat mit dem Elektroingenieur Franz Galavics nach Zürich, wo sie seitdem lebt. Bereits als 17-jährige hatte sie neben ihrem Violine-Studium eine Gesangsausbildung begonnen; später arbeitete sie zunächst als Konzertsängerin, dann als Geigen- und Gesangslehrerin. 1953 entstanden erste Zeichnungen in Tusche und Bleistift, die bereits zwei Jahre später durch Vermittlung von Franz Roh in der Münchner Galerie Gurlitt gezeigt wurden. Zwischen 1959 und 1968 folgten Ausstellungen in Ascona, Lausanne, Zürich, nochmals München, dreimal bei Susanne Bollag in Zürich und schliesslich in London, dann zog sich Maria Török wieder zurück, bis Arbeiten von ihr neben Werken von Louis Conne und Balz Kloeti 1994 unter dem Titel "3Räume - 3 Künstler" im Kunsthaus Zürich gezeigt wurden. In ihrem Schaffen jedoch gab es bis Ende des achtziger Jahre keinen Unterbruch. Nach Tusche un Bleistift entdeckte Maria Török die Farbe, vor allem die Farbstifte; den nahezu abstrakten, fein strukturierten frühen Zeichnungen mit ihren reichen Graustufen folgten Figurenbilder zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, die in ihrer Stilisierung und ihrer subtilen Farbigkeit Assoziationen an tänzerische Spielfiguren wecken. In den siebziger Jahren hat Maria Török schliesslich begonnen, Einzelblätter zu ganzen Bildtafeln zusammenzusetzen: beeindruckt und beeinflusst von der Philosophie des Tao, nennt sie diese Gruppenbilder "Taotafeln". Der 1946 geborene Peter Müller wuchs in Adliswil auf und kam 1964 mit seinen Eltern nach St. Gallen. Gesundheitliche Gründe hatten bereits vor dem Umzug zum Abbruch eines Buchbinderlehre und zur ersten Einweisung in eine psychiatrische Klinik geführt; zahlreiche, oft längere Aufenthalte in den Kliniken von Littenheid und Wil folgen. Seit bald sieben Jahren arbeitet Peter Müller nun als Ausläufer bei einem Briefmarkenhändler - er ist selber begeisterter Markensammler - und in einer Drogerie in St. Gallen, wo er vorr kurzem auch eine eigene Wohnung bezogen hat. Gezeichnet hat Peter Müller seit langem. 1992 konnte er ein erstes Mal in einer Arztpraxis in St. Gallen-St. Georgen, seinem Wohnquartier, ausstellen, wobei er alle 14 Bilder verkaufte. Zwei Jahre später nahm er an einer Kollektivausstellung teil, und im Schalterraum der Post St. Georgen sind ständig einzelne Arbeiten zu sehen. Seine Zeichnungen folgen fast ausnahmslos dem gleichen Grundmuster: Ein Gerüst aus stilisierten Formelementen wird meist mit breitem schwarzem Filzstift aufgetragen; im Innern wechseln weiss belassene und ausgemalte Flächen einander ab. Bemerkenswert sind die formale Klarheit und Variantenreichtum, mit dem die wenigen Formelemente immer neu und oft überraschend kombiniert werden, ebenso auffällig die Sicherheit des Strichs aus freier Hand, verwendet Peter Müller doch selbst für geometrisch strenge Formen wie Kreise oder Geraden weder Zirkel noch Lineal.

Bilder zur Ausstellung

Details

Typ
Gruppenausstellung
Beteiligte
Kurator*in: Simone Schaufelberger-Breguet, St. Gallen
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen