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Das Museum im Lagerhaus in St. Gallen zeigt vom 14. Februar bis 16. April eine Retrospektive der 44-jährigen Christine Sefolosha aus Montreux. Die Ausstellung umfasst die drei Schaffensphasen der Künstlerin - grossformatige, kräftige Erdbilder, Fingermalerei mit Teer sowie Aquarelle auf hauchdünnem Zwiebelschalenpapier.

Der Weg vom herben und rauen Ausdruck - und Material - zu Transparenz und vibrierender Zartheit ist eher ungewöhnlich. In umgekehrter Richtung - von der Zartheit zur Kraft - liesse sich wohl eher nachvollziehen. Auf diesem Weg vom Erdigen zum Immateriellen geht allerdings nichts an Intensität verloren, im Gegenteil. Es sind vielmehr die Stimmung und die Melodie der Farbe, die sich verändert haben. Es wird fühl-, ja nahezu greifbar, wie total die Künstlerin sich selber im Malakt einbringt, körperlich und seelisch. Wie die Malmaterie durch ihre Bewegung und Bewegtheit lebendig wird wie andererseits das fragile Zwiebelschalpapier durch die Berührungen mit der Aquarellfarbe zur atmenden Haut wird. Christine Sefolosha wurde 1955 in Montreux geboren und wuchs als Einzelkind auf. Mit 19 Jahren folgte sie ihrem ersten Mann, einem weissen Südafrikaner, nach Johannesburg, begegnete dort schwarzafrikanischer Kultur und ihrem zweiten Mann, einem schwarzen Musiker, mit dem sie 1982 mit ihren Söhnen nach Montreux zurückkehrte. Obwohl diese Ehe ebenfalls zerbrach, lebt sie zwischen zwei Kulturen, was auch in ihrer Malerei spürbar wird. Die Teerbilder sind zugleich Tierbilder. Wir begegnen schwarzen grossen Vögeln, Wölfen, Verwandten des Hirschs, der Gazelle, Doppelvögeln, Gestalten,, die mehrere Tiere in einem einzigen vereinen... Sie verkörpern Animalisches an sich, Kampf und Grausamkeit ebenso wie Ruhe vor der Flucht, Verletzlichkeit... Sie lassen sich nicht fixieren, sind Erscheinung wie die Wolkenbilder, die sich im Vorüberziehen ständig wandeln. Der Mensch kommt hier nicht bildlich vor, doch kann er sich dem Kreatürlichen im Wesen des Tiers nicht entziehen. Der Fötus, das Ungeborene schlummert in ihm wie auch der Tod. Zyklus des Lebens. Der Themenkreis schliesst sich wieder. In den Erdbildern wie in den Aquarellen finden wir menschliche und tierische Gestalten. Sie lodern empor aus zischenden Flammen, sie tanzen im flüsternden Winde, sind nurmehr ein Hauch. man rätselt, ob sie dem Erd- oder dem Schattenreich entstiegen sind. Auch hier Verschmelzungen und Verwandlungen noch und noch. Traumgesichte und Urbilder, die weit Entferntes in uns ansprechen und sich auflösen sobald wir sie festzuhalten versuchen. Zurück bleibt das Geheimnis.

Bilder zur Ausstellung

Details

Typ
Einzelausstellung
Beteiligte
Kurator*in: Simone Schaufelberger-Breguet, St. Gallen
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen