Igancio Carles-Tolrà (geb. 1928) – Eine grosse Vergabung
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
In seinem Jubiläumsjahr dankt das Museum im Lagerhaus, St. Gallen mit zwei parallelen Ausstellungen für besondere Vergabungen: Die eine ist dem Aussenseiter-Maler Ignacio Carles-Tolrà gewidmet, die andere zeigt Spitzenwerke der Sammlung.
Mit dreissig Jahren emigrierte der 1928 in Barcelona geborene Ignacio Carles-Tolrà, um seine Gedankenfreiheit anderswo zu suchen. 34 Jahre lang, bis zu seiner Pensionierung, lebte er in der Schweiz, wo er beim Roten Kreuz arbeitete. Von stiller Wesensart, steigt er 1964 autodidaktisch in die Malerei ein, die ungewöhnlich heftig, rebellisch und impulsiv wirkt. Carles-Tolrà malt an gegen Ungerechtigkeit, gegen menschliche Grausamkeit und Dummheit, gegen die Vermessenheit, der Natur ins Handwerk zu pfuschen. Malend setzt er dem allem seine unbändige Fantasie entgegen. Er mischt die Techniken mit grösster Unbekümmertheit, lässt Farbflecken zu bizarren Kreaturen aufquellen, oder aber er porträtiert den modernen Menschen, der nurmehr Schaltknöpfe anstelle von Gesichtszügen hat und zur geklonten Karikatur seiner selbst wird. Carles-Tolrà lässt sich nirgends einsperren, weder geistig noch künstlerisch. Seine Unzähmbarkeit gefiel Jean Dubuffet, der seine Werke sammelte und in die Abteilung Neuve Invention der Collection de l'art brut in Lausanne einbrachte. Carles-Tolrà selber ist im Laufe der Jahrzehnte über Kunst-Freundschaften zu einer ungewöhnlichen Sammlung gekommen. Daraus und aus eigenen Werken hat er dem Museum im Lagerhaus jetzt zu seinem 15-Jahr-Juubiläum ein grosses "Geschenkpaket" mit 200 Werken geschnürt, das die Mu7seumssammllung ausgezeichnet ergänzt. Von Sammlern beschenkt Die Sammlung ist seit der Gründung der Stiftung für schweizerische naive Kunst und art brut 1988 von rund 150 auf 2300 Werke angewachsen. Daneben fanden Wechselausstellungen statt - 61 in den eigenen Räumen, 10 in anderen Museen, 26 internationale Beteiligungen - eine rege Aktivität. Doch die Sammlung ist das Herzstück des Museums. Sammlung ist denn auch Hauptthema im Jubiläumsjahr, die eigene wie noch andere- Den Beginn machen Spitzenwerke, die der Stiftung von aussenstehenden Sammlern und Sammlerinnen anvertraut worden sind. Dazu gehören Werke von Aloyse, Ulrich Bleiker, Elisabeth, John Elsas, Jakob Greuter, Hans Krüsi, Margarete, Louis Soutter, Karl Uelliger, Alois Wey und Adolf Wölfli, um nur einige zu nennen.
Details
Kurator*in: Peter E. Schaufelberger-Breguet, St. Gallen
Ohne Titel
45 (Nummerierung)
personnage (Beschreibender Titel)
Mischtechnik auf Halbkarton
Inventar-NR. oam_0002868


