wahnsinn sammeln – Outsider Art aus der Sammlung Dammann
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
Der Psychiater als Sammler – ist das noch aktuell? In der Vergangenheit haben Psychiater die Kunst von «Geisteskranken» vor allem zu diagnostischen Zwecken gesammelt, glaubte man doch, in der «Irrenkunst» den Ausdruck bestimmter psychopathologischer Merkmale wiederzufinden. Parallel zur künstlerischen Avantgarde war man fasziniert von den ungewöhnlichen, oft verstörenden Bildfindungen. Es entstand ein reger Diskurs unter den Psychiatern, in dem die Kollegen besondere Werke ihrer PatientInnen auch untereinander tauschten. So gelangten sie auf den Markt – und in neue Sammlungen. Heute sind KünstlerInnen wie Guo Fengyi auf der Biennale von Venedig vertreteten.
Die leuchtende Seite der Psychiatrie Gerhard Dammann ist selbst Psychiater und zusammen mit seiner Ehefrau Karin bekannt als leidenschaftliche Sammler von Outsider Art. Inzwischen hat das im Thurgau lebende Paar eine internationale Kunstsammlung ausgesuchter Qualität zusammengetragen. Die Ausstellung «wahnsinn sammeln» im Museum im Lagerhaus zeigt Neuzugänge der Sammlung Dammann, darunter berühmte Klassiker, historische Werke, die ursprünglich aus der Sammlung Prinzhorn stammen, aber auch faszinierende Einzelstücke, wie das konzeptuell angelegte «perverse Universum» von Martin Erhard, und zeitgenössische Arbeiten. «wahnsinn sammeln» zeigt die Vielfalt und Innovation der Kunst aus psychiatrischem Kontext – oder wie es Gerhard Dammann formuliert: «Die leuchtende Seite der Psychiatrie». «wahnsinn sammeln» ist eine Wanderausstellung, die an weiteren Orten gezeigt werden soll (Stadthaus Ulm, 2014). Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen, zweisprachigen Katalog mit Beiträgen international namhafter Fachpersonen.
Details
Kurator*in: Monika Jagfeld, St. Gallen
Kooperation: Gerhard Dammann, Tägerwilen






