Im Land der Imagination: Die Sammlung C.G. Jung
Ort: Museum im Lagerhaus, St. Gallen
An der Biennale in Venedig 2013 sorgte das „Rote Buch“ von C.G. Jung (1875-1961) für Furore. In ihm zeichnete der berühmte Schweizer Psychiater und Begründer der Analytischen Psychologie in Bild und Text seine Träume und Visionen auf. Fünf Jahre später ist zum ersten Mal die Sammlung C.G. Jung öffentlich zu sehen. Sie umfasst rund 4500 bildnerische Arbeiten seiner PatientInnen aus den Jahren von 1917 bis 1955. Jung forderte seine PatientInnen auf, wie er selbst ihre inneren Bilder zu malen und zu zeichnen. In der so genannten Aktiven Imagination entstanden Bildserien als Teil des therapeutischen Prozesses.
Die Sammlung C.G. Jung ist einzigartig und mit keiner anderen Sammlung eines Psychiaters seiner Zeit vergleichbar. Sie unterscheidet sich von historischen Kunstsammlungen psychiatrischer Anstalten sowohl in den Voraussetzungen des bildnerischen Schaffens als auch im Impuls zur künstlerischen Tätigkeit. Jungs PatientInnen kamen als Privatpatient*innen zu ihm in die 1909 eröffnete Praxis in Küsnacht am Zürichsee. Gemeinsam mit ihm wagten sie den Weg in das Land der Imagination und deren Umsetzung in Bilder. Zum 70-jährigen Jubiläum des C.G. Jung Institutes, das 2018 mit dem 30-Jahr-Jubiläum des Museums im Lagerhaus zusammenfällt, öffnet sich das Bildarchiv und macht die Sammlung in einer umfangreichen Schau erstmals der breiten Öffentlichkeit und Fachwelt zugänglich. Wie das „Rote Buch“ wird sie das Publikum erneut erstaunen und darf eine vergleichbare Aufmerksamkeit erwarten.
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Kooperation: C. G. Jung Institut Zürich, Küsnacht





