Gertrud Frey
24.08.1952 (Bülach, Schweiz) – 14.02.2022 (Guntershausen)
Ein Werk aus über 600 Werken
Gertrud Frey wurde in Bülach im Kanton Zürich in einer armen Arbeiterfamilie mit sechs Kindern geboren. Ihr Vater arbeitete als Lagerarbeiter. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und erlangte 1974 ihr Diplom. Das Erlernen eines angesehenen Berufs war für sie von grosser Bedeutung, wie sie in ihren persönlichen Aufzeichnungen betonte. Danach arbeitete sie nicht nur als Kindergärtnerin, sondern auch als Reinigungskraft und Zeitungsausträgerin. Von 1983 bis 1984 verfolgte sie künstlerische Aktivitäten in der Roten Fabrik in Zürich, wo sie ein Atelier untervermietete. Sie lebte in Wohngemeinschaften und besetzten Häusern im Umfeld der autonomen Szene in Zürich. Gertrud Frey wurde als Rebellin wahrgenommen, die gegen gesellschaftliche Normen rebellierte, und sie war ständig auf der Suche. Gleichzeitig wurde sie als schüchterne, naive Träumerin beschrieben. Hausbesetzungen, Demonstrationen, Alkohol und Beziehungen zu Männern waren Teil ihres Alltags.
Inspiriert von einem Buch über Mutter Teresa entschied sie sich, sich von ihrem bisherigen Leben loszusagen und sich dem Glauben und der Armut zuzuwenden. Dies führte zu Schlafstörungen und Psychosen, gefolgt von Aufenthalten in psychiatrischen Krankenhäusern in der Schweiz ab 1985. Von 1986 bis 2012 lebte sie in einer Wohngemeinschaft für Frauen mit psychischen Problemen, unterbrochen von Aufenthalten, hauptsächlich im psychiatrischen Krankenhaus Burghölzli, und betätigte sich als Künstlerin. Nach mehreren Suizidversuchen verlor sie ihren Platz in der Wohngemeinschaft und konnte danach nicht mehr zeichnen. Sie zog in eine Pflegeeinrichtung und konnte teilweise in einer geschützten Werkstatt arbeiten. Sie starb 2022 im Krankenhaus Münsterlingen im Kanton Thurgau an den Folgen von Corona.
Als Künstlerin war Gertrud Frey eine Autodidaktin und zeichnete von 1990 bis 2012. Sie schuf hauptsächlich farbenfrohe Papierarbeiten, meist mit Wachskreiden und Farbstiften in einem Format von 60 x 40 cm. Ihre Motive umfassten abstrakte geometrische Muster wie Mandalas, Wellenlinien oder Jaquard-Muster, möglicherweise auf der Suche nach Harmonie, Ordnung und psychischem Halt. Sie porträtierte auch Menschen in Wohnsituationen, oft von hinten aus einem Fenster in die Landschaft schauend und eine Stimmung von Sehnsucht oder ein bestimmtes Detail betonend. Ihre einzige Ausstellung fand 1990 im Gemeinschaftszentrum Riesbach statt, und obwohl ihre Werke medial Beachtung fanden, wurde nur ein einziges Werk verkauft.
Nach ihrem Tod entdeckten ihre Geschwister über 600 ihrer Werke und erkannten die künstlerische Qualität von Gertrud Freys Arbeiten. Diese wurden dokumentiert, katalogisiert und von ihren Geschwistern Rita Mantovani und Urs Frey sowie Max E. Ammann als Schenkungen an europäische Museen und Privatsammler verteilt. Dadurch gelangten ihre Werke unter anderem ins Musée Visionnaire in Zürich, wo sie von Juni bis Dezember 2023 in der Gruppenausstellung "Life happens" gezeigt wurden. Auch das Kansallismuseo - The National Museum of Finland in Helsinki ehrte die Künstlerin in einer Gruppenausstellung im Jahr 2023. Ihre Werke befinden sich in den Sammlungen von Korine und Max E. Ammann, Karin und Gerhard Dammann in der Schweiz sowie in der Sammlung von Hannah Rieger in Wien.
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Streifen und Kreise (Gesicherter Werktitel)
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Gestreifte Kreise (Gesicherter Werktitel)
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20 gestaltete Quadrate (10.5 cm, 12 cm) (Gesicherter Werktitel)
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Der Orangefarbene Kreis (Gesicherter Werktitel)
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Ohne Titel
Komposition mit Dreiecken (Beschreibender Titel)
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"Farbenspiel in Blau" (Gesicherter Werktitel)
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Ballast abwerfen (Gesicherter Werktitel)
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Daadaadaa (Gesicherter Werktitel)
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Vierecke, Rhomben Dreiecke (Gesicherter Werktitel)
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Oh Tannenbaum (Gesicherter Werktitel)
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Ohne Titel
Farbstudie Blau, Grau, Braun (Beschreibender Titel)
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Ein neues Haus (Gesicherter Werktitel)
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Bunte Figuren auf weissem Hintergrund (Gesicherter Werktitel)
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Die malende Frau (Gesicherter Werktitel)
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Farbigi Ringli (Gesicherter Werktitel)
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Tanzende Bäume (Gesicherter Werktitel)
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Aus dem Fenster schauen (Gesicherter Werktitel)
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