Antonia Brülisauer
1916 – 1998
Antonia Brülisauer wird gehörlos in eine Familie mit insgesamt 13 Geschwistern hineingeboren. Zwölf der Kinder werden zu Pflege-Eltern oder ins Waisenhaus gegeben. Lediglich der jüngste Bruder, Alfred, wächst nach der Trennung der Eltern bei der Mutter auf. Im Alter von vier Jahren kommt Antonia gemeinsam mit einer ihrer Schwestern ins Waisenhaus Steig, Appenzell. Mit 16 zieht sie ins Armenhaus ihres Geburtsorts, wo sie auch arbeitet. Zunächst verrichtet sie Tätigkeiten im Hausdienst. Später arbeitet sie bis zu ihrem 65. Lebensjahr als Zudienerin des gehbehinderten Kochs. Sie liebt Kinder, Katzen und Pflanzen und stattet die Heimküche, soweit überhaupt möglich, mit Pflanzen aus.
Im Jahr 1994 erhalten die Heimangehörigen die Gelegenheit, einen Nachmittag pro Woche zusammen mit der Kunsttherapeutin Eva Hensel zu malen.
Für Antonia wird das Malen zur inneren Notwendigkeit. Täglich verbringt sie bis ans Lebensende mehrere Stunden zeichnend am Tisch in ihrem Zimmer. Die gehör- und sprachlose, auch des Schreibens und Lesens unkundige Frau, erschliesst sich auf diesem Weg im späten Lebensalter ihre eigene Ausdrucksmöglichkeit
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Senden Sie eine E-MailLaufzeit: 3. September 2005 – 6. November 2005
Laufzeit: 13. September 1996 – 10. November 1996

