Jan-Piet Vincent Graf
22.5.1971
Jan-Piet Graf (St.Gallen) ist Zeichner durch und durch. Wo er auch ist, trägt er kleine Skizzenblöcke und Filzstifte mit sich. Schon als Jugendlicher hat er unentwegt gezeichnet, es ist, wie er selbst sagt, ein „Automatismus“. Unterwegs in der Stadt zeichnet er spontan oder notiert seine Erlebnisse in den Block, manchmal auch auf Bierdeckel. Unzählige Zeichenblöcke und Bierdeckel wurden auf diese Weise gefüllt. Es ist ein intuitives Arbeiten und die Zeichnungen variieren im Strich, Gestus und an Dichte. Sie zeigen zudem unterschiedliche Stile.
Jan-Piet Graf hat zwei Vorkurse an der Kunstgewerbeschule St. Gallen absolviert, hatte u.a. Unterricht bei Larry Peters, bevor er in den 1990er Jahren an der Kunstakademie in Amsterdam studiert. Zehn Jahre lebt er in Amsterdam, davon ist er vier Jahre an der Akademie, wo er das Studium mit Diplom abschliesst, bis er 2002 wieder definitiv nach St. Gallen zurückkehrt. Seine künstlerische Sprache ist eigentlich die Malerei, weshalb eine Leinwand mit der abstrakten Darstellung eines Kopfes in die Ausstellung aufgenommen ist. Gemälde waren auch in der St. Galler „Filou“-Bar ausgestellt, wo sich Jan-Piet Graf vor deren Schliessung und Umbau vielfach aufhält. Hier hat ihn die St. Galler Fotografin Franziska Messner-Rast 2007 porträtiert. Sie zeigt ihn auf einer Bank vor dem „Filou“ sitzend und zeichnend sowie in der Bar vor seinen Gemälden. Der Zeichenkünstler reagiert umgehend auf die spezielle Situation des Porträtierens und interagiert mit der Fotokünstlerin mittels einer kleinen Zeichnung: Er zeichnet das Wort „Foto“, das wie ein Gesicht der Fotografin frech die Zunge herausstreckt.
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