Franz Kernbeis
1935
Franz Kernbeis wird 1935 als jüngstes von sieben Geschwistern geboren. Er besucht acht Jahre lang die Volksschule und arbeitet danach im elterlichen Bauernbetrieb. Mit 17 Jahren treten erste psychische Störungen auf. Sie machen drei Jahre später eine Internierung in Gugging, Klosterneuburg bei Wien, erforderlich.
In den ersten Jahren seines Aufenthaltes dort spricht er oft wochenlang kein Wort, steht mit starrem Gesichtsausdruck reglos auf einer Stelle oder läuft mit halb geschlossenen Augen im Kreise.
Ab den sechziger Jahren stellt ihm Leo Navratil, Psychiater und Begründer des Künstlerhauses in Gugging, oft thematische Zeichenaufgaben. Erst 1979 jedoch setzt Kernbeis` regelmässiges Zeichnen ein. Zwei Jahre später findet er Aufnahme im Künstlerhaus. Hier entstehen grossformatige Zeichnungen von Menschen, Tieren und Fahrzeugen, die durch ihre starke Vereinfachung und Konzentration beeindrucken.
Umriss und Felder
Kernbeis beginnt seine Arbeiten mit der Umrisslinie einer Figur – oft in einem Guss gezeichnet, stark vereinfacht oder verzerrt. Im Anschluss teilt er die entstandene Fläche häufig mit sich kreuzenden Linien, vertikalen und horizontalen. Die daraus entstandenen Felder schraffiert er teilweise farbig. Oft verleiht er seinen Formen auch eine Physiognomie: Beispielsweise, indem er innerhalb des Umrisses ein Auge einsetzt oder Profildarstellungen mit frontal platzierten Gesichtern ausstattet.
1990 erhielt er, wie auch alle anderen Künstler aus Gugging, den Oskar Kokoschka-Preis.
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