Leichte Sprache

Jakob Forster wurde 1941 geboren und lebt heute bei seinem blinden Bruder und dessen Frau in Freidorf TG. Seit 54 Jahren ist er mit der Stiftung Valida in St. Gallen verbunden, wo er zunächst in der Abteilung Industrie-Handarbeit tätig war. Später wechselte er in das künstlerische Atelier der Institution, das er auch nach seiner Pensionierung weiterhin dreimal wöchentlich besucht, um sich intensiv dem Malen zu widmen.

Sein malerisches Werk ist durch einen stilistisch bemerkenswerten Wandel geprägt. In der frühen Phase entstanden vorwiegend dynamisch komponierte Farbbilder mit weichen Formen, die sich vom äusseren Bildrand nach innen bewegen. Diese Kompositionen umrahmen im Innern häufig ein nahezu transparent wirkendes Haus mit zahlreichen Fenstern. Forster arbeitet oft über mehrere Tage an einem Bild und bevorzugt dabei eine konzentrierte, unbeobachtete Arbeitsweise: Schaut jemand zu, kehrt er das Blatt um.

Ein Wendepunkt in seinem Schaffen ereignete sich 2010, ausgelöst durch ein farbiges Porträtfoto der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo (1907–1954). In Reaktion darauf entwickelte Forster eine Serie schwarzweisser Figuren auf weissem Grund, deren Gesichter durch ein starkes Weiss hervorgehoben sind. Diese schwebenden Figuren wurden in der Folge weiterentwickelt, wobei der Anteil des schwarzen Farbauftrags zunehmend ausgeprägter wurde.

Erstaunlich ist dabei, dass sich Forsters ursprünglich farbenfroher Malstil angesichts des ebenfalls farbintensiven Porträts von Frida Kahlo zu einer gegensätzlichen, schwarz-weissen Ausdrucksform gewandelt hat. In seinem aktuellen Werk wechselt Forster zwischen farbintensiven, organisch-bewegten Kompositionen und strengeren schwarzfigurigen Arbeiten.

Jakob Forster wurde im Jahr 2014 mit dem Trogener Kunstpreis ausgezeichnet.

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