Heidi Ehmcke-Senn
1905 (Rüschlikon, Schweiz) – 1962 (unbekannt, USA)
Die 1905 in Rüschlikon am Zürichsee geborene Heidi Senn heiratet 1927 den Lyriker und Romancier Albin Zollinger, doch wird die Ehe nach sieben wechselvollen und für beide schwierigen Jahren geschieden. Mit ihrem zweiten Gatten, dem Münchner Architekten Caspar Ehmke, mit dem sie sich 1935 vermählt, wandert die in einem wohlhabenden bürgerlichen Milieu aufgewachsene Frau nach Los Angeles aus; Eva, ihre Tochter aus erster Ehe, bleibt bei den Grosseltern am Zürichsee. Heidi Ehmke hat schon in jungen Jahren zu schreiben begonnen - Gedichte, ein freimütiger Text über ihre Beziehung zu Albin Zollinger und kleine Geschichten für ihre beiden Töchter aus zweiter Ehe haben sich im Manuskript erhalten, ein autobiographischer Roman ist verschwunden.
Ebenfalls schon früh beginnt Heidi Ehmke, Collagen aus Textilien zu kleben - detailverliebt, dekorativ und liebenswürdig. Eine Polyarthritis, die sich ab 1947 bemerkbar macht und sich rasch verschlimmert, macht es ihr zusehends schwerer, noch mit Stoffen zu arbeiten; in den letzten Lebensjahren vor ihrem Freitod im Frühjahr 1962 kann sie nur noch Papiere und andere leicht zu bearbeitende Materialien gebrauchen. Diese späten, zwischen 1960 und 1962 entstandenen Arbeiten, aus über 300 Werken in der Sammlung des Museums im Lagerhaus ausgewählt, sind formal reduzierter und zugleich konzentrierter, erzählerische Detailverliebtheit ist fantasie-voller Freiheit gewichen. Witzige, hintergründige, nicht selten verspielte Texte begleiten manche dieser Collagen - Wort und Bild verraten nichts von der schweren gesundheitlichen Beeinträchtigung, lassen vielmehr eine heitere, lebensfrohe Welt entstehen.
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