Felix Brenner
1955
Geboren am 28. Dezember 1955 und aufgewachsen in Basel, verlässt er bereits mit 13 Jahren die Schule und bricht mit seinem Elternhaus. Es folgen Kapitel mit Drogen, Erziehungsheimen, Konflikte mit dem Gesetz und Ärger mit der Obrigkeit. Nur seine regelmässigen Kursbesuche an der Grafikfachklasse an der Kunstgewerbeschule in Basel bieten ihm Lichtblick, Perspektive und Ansporn. Er lebt in verschiedenen Wohngemeinschaften und schliesst sich der alternativen Kunstszene der Stadt Basel an wo er 1987 er die Kunst- und Politszene „Blauer Planet“ gründet und sich in der “Alten Stadtgärtnerei“ engagiert. Er avanciert zu einem beachteten Teil der dortigen alternativen Kulturszene. Seine ureigene Handschrift mit Lithografien und mehrfarbigen Radierungen bleiben in der Szene nicht unbemerkt und er gewinnt ein Kunststipendium in New York. Eine Zeit lang lebte er in der Stadt, die niemals schläft, stellt aus und macht sich einen Namen.
Nach seiner Rückkehr Anfang der neunziger Jahre, zieht Felix Brenner in den Jura, wo er in einem kleinen Dorf ein ruinöses Haus bewohnbar macht und seine erste ethnobotanische Gärtnerei anlegt. Mit dem Erwerb einer Druckerpresse entstehen in dieser Zeit weitere druckgrafische Arbeiten, mehrfarbige Radierungen und Lithografien und die Suche nach neuen Bildvorstellungen. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Fertigstellung der „Psüchodelischen Dr. Arbeit“, in der Felix Brenner seine Erfahrungen mit psychoaktiven Stoffen festhält. Die vermeintliche Idylle im Jura erweist sich aber je länger je mehr als konfliktgeladene und angstmachende Situation. Eines Tages verbrennt Felix Brenner seine Arbeiten und flüchtet zusammen mit seinem Hund nach Basel und später nach Holland, wo er Asyl beantragt. Er wird jedoch umgehend in die Schweiz zurückgeschickt wo er mit Hilfe eines Freundes schliesslich in der Ostschweiz im Thurgau einen neuen Wohnort findet.
Seit 2001 lebt Felix Brenner nun in der Gemeinde Altnau. Da die im Jura zurückgebliebenen Druckmaschinen nicht wieder beschafft werden können, wird nun gezeichnet und gemalt. Er hält dabei Eindrücke fest, denen er an seinem neuen Wohnort und in der näheren Umgebung begegnet und verschachtelt das Selbst-Erlebte in suggestive Raumbilder, wobei er banale Alltagsgegenstände mit mythisch erlebten Raum- und Wahrnehmungserfahrungen verbindet. Parallel zu den wandfüllenden Bildern führt Felix Brenner seine „Ethnobotanische Forschungsarbeit“ weiter.
Ein weiteres Werkprojekt von Felix Brenners besteht aus Videoarbeiten, welche mit Hilfe eines Kunststipendiums des Kantons Basel umgesetzt werden konnte. Auch die Idee eine Radiostation zu betreiben, um seine Schallplattensammlung zu nutzen, konnte er schliesslich umsetzen und produziert und sendet aus seiner kleinen Altnauer Wohnung seine wöchentliche Internet-Radiosendung.
2018 erhält Felix Brenner als einer von sechs Künstler der Sparte bildende Kunst den Förderpreis für Kulturschaffende des Kantons Thurgau.
Disclaimer: Wir sind bemüht unsere Einträge aktuell zu halten. Über Hinweise sind wir dankbar.
Senden Sie eine E-MailLaufzeit: 28. August 2018 – 28. Oktober 2018
Laufzeit: 6. Oktober 2015 – 6. November 2015
Laufzeit: 5. November 1994 – 17. Dezember 1994

