Giovanni Abrignani
1899 – 1977
Kunstwerke für Zigaretten und Süsses
Giovanni Abrignani wird 1899 in Marsala, Sizilien, geboren. Er arbeitet als Maurer in vielen Ländern um das Mittelmeer. Nach einer Atemwegserkrankung wird er zurück nach Italien gebracht und muss in ein Altersheim einziehen. 1967 wird er aufgrund von Wahnvorstellungen in die psychiatrische Klinik von Trapani eingewiesen, wo er bis an sein Lebensende bleibt.
Wenn er rauchen oder mehr essen will, als in der Klinik erlaubt ist, tauscht er eine Zeichnung gegen eine Zigarette oder Süssigkeiten. Seine Werke werden von dem Schweizer Bildhauer Robert Müller entdeckt, der 1975 nach einer psychotischen Episode einen kurzen Aufenthalt in Trapani verbringt. Müller ist fasziniert von der expressiven Direktheit und räumlichen Beherrschung von Abrignanis Kompositionen und beschliesst, dessen gesamtes Werk zu kaufen. 1982 stiftet Müller etwa zwanzig Werke für die Sammlung Art Brut.
Abrignani komponiert seine geordneten Zeichnungen mit Kugelschreiber, Lineal und Zirkel und füllt sie anschließend mit Farbstift aus. Transport ist ein immer wiederkehrendes Thema: Zug-, Auto- oder Kutschenfahrten, Gondelfahrten, Radfahrer beim Giro d'Italia oder das Auto einer Braut bei der Ankunft in der Kirche.
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