Rainer Haller
20.02.1955
Rainer Haller wird am 20. Februar 1955 in Wetzikon ZH geboren. Sauerstoffmangel während seiner Geburt haben eine Behinderung zur Folge, die im Kindesalter Erregungs-, später dann Angstzustände bewirkt.
Mit seinen Eltern kommt Rainer nach Neuendettelsau, einem Dorf in der Nähe von Nürnberg. 10 Jahre lang (bis 1969) wohnt der Pfarrerssohn in einem anthroposophischen Heim in der Nähe von Berchtesgaden und geht dort auch zur Schule. Die 6. und 7. Klasse absolviert er in Bern und macht danach eine Anlehre in Elektronik-Apparatebau in Appisberg, Männedorf ZH. Während zwölf Jahren arbeitet Rainer Haller als Weichlöt- und Hilfsarbeiter in einer Fabrik in Wetzikon, darauf 13 Jahre lang in der Metallwerkstatt und 18 Jahre lang in der Industriewerkstatt (Handarbeiten für Behinderte) der Valida St. Gallen. In jener Zeit lebt er im Wohnheim der Valida, da er seinen Alltag nicht selbständig bewältigen kann.
1984, als er „einmal nicht schlafen konnte“, beginnt Rainer Haller zu zeichnen, wozu ihm ein Onkel geraten hat, und entdeckt damit eine eigene Sprache. Seine Zeichnungen leben von einer fast kindlichen Unbefangenheit und Unverstelltheit des Sehens, gleichzeitig aber von der grossen Sorgfalt, mit der er seine Motive gestaltet, So entstehen fragile Phantasiebilder von heiterer Buntheit.
Seine anspruchsvolle Arbeit in den Werkstätten der Valida indessen erfüllt Rainer Haller mit höchster Konzentration und Präzision, was ihn geistig und körperlich derart ermüdet, dass er die Wochenenden dringend zum Ausruhen braucht und sich deshalb nurmehr wenige Stunden lang der Malerei in seinem Zimmer widmen kann.
Seit seiner Pensionierung mit 62 Jahren lebt Rainer Haller im Altersheim Sömmerli (Haus Johannes Kessler) in St. Gallen. Er ist richtiggehend aufgeblüht und widmet sich dem Bildermalen, Wandern und Lesen (vornehmlich der Bibel). Für seine Zeichnungen verwendet er ausschliesslich Faber-Castell-Stifte. Darauf legt er besonderen Wert.
2011 erhält Rainer Haller den Trogener Kunstpreis. Er ist auch an der Jubiläumsausstellung „Ganz ganz viel Chreeefffteee“ – „10 Jahre Trogener Kunstpreis“ in der Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell und in deren Begleitpublikation vertreten (29. November 2015 bis 10. Januar 2016).
Disclaimer: Wir sind bemüht unsere Einträge aktuell zu halten. Über Hinweise sind wir dankbar.
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