Karl Hauser
1917 – 2002
Geboren 20. August 1917 in Mörschwil, gestorben 28. Januar 2002 in St. Gallen. Karl Hauser, ältestes von drei Geschwistern, verlor die Mutter, als er dreieinhalbjährig war. Der Vater, Fabrikarbeiter, heiratete ein zweites Mal, doch die beiden "passten nicht zusammen". Karl verliess das Elternhaus früh, arbeitete als Knecht auf verschiedenen Höfen im Thurgau und heiratete 1946 eine um zehn Jahre ältere Frau, mit der er einen Sohn hatte. Doch auch diese Ehe klappte nicht und wurde 1963 geschieden; seitdem hatte Karl Hauser seinen Sohn nicht mehr gesehen. Gesundheitliche Gründe bewogen ihn später, eine Anstellung als Fabrikarbeiter in den Bernina-Werken in Steckborn anzunehmen. In seiner Freizeit nahm er an zahlreichen Volksmärschen im In- und Ausland teil; bis ins hohe Alter beteiligte er sich auch am St. Galler Altstadtlauf. 1990 trat er ins Altersheim Bürgerspital St. Gallen und verliebte sich hier in die Hausdienstangestellte Elisabeth Huser, der er fortan täglich Liebesbriefe zeichnete, malte und schrieb. Der Morgen war dieser Beschäftigung vorbehalten, nachmittags unternahm er täglich eine kleine Beizentour. Diesen Rhythmus behielt er auch bei, als er ins Pflegeheim wechseln musste; allerdings führte der Ausgang nun nur noch in die Cafeteria des Bürgerspitals. In seinen Briefen kehren die gleichen Motive in immer neuen Abwandlungen wieder: Herzen, Vasen, Blumen, Textfetzen aus Sprichwörtern oder Volksliedern, dazwischen persönliche Bemerkungen für "seine Elisabeth". Viele Briefe haben ihre Adressatin gar nicht erreicht, sondern sind in den Schreibblöcken geblieben, die Hauser unermüdlich füllte. Dank Prof. Dr. Hürny, dem Chefarzt des Bürgerspitals, sind diese Briefe nach dem Tod Hausers nicht entsorgt, sondern aufbewahrt worden; nach einer ersten Ausstellung im "andern Museum" des Bürgerspitals gelangten sie als Schenkung ins Museum im Lagerhaus.
Disclaimer: Wir sind bemüht unsere Einträge aktuell zu halten. Über Hinweise sind wir dankbar.
Senden Sie eine E-Mail
