Alois Karl Höllrigl
1907 – 1986
Geboren 1907 in Chur, kam Alois Karl Höllrigl noch während seiner Schulzeit nach Muralto bei Locarno, wo er später eine Lehre als Flachmaler absolvierte und auch zu Stukkaturarbeiten und Fassadenmalereien beigezogen wurde. Ebenfalls als Flachmaler arbeitete er in Zürich, wo er, gemeinsam mit seinem Bruder, sich intensiv dem Boxsport verschrieb. 1938/40 verdiente Alois K. Höllrigl seinen Unterhalt als Reisender in der Heilmittelbranche. 1940/41 arbeitete er wieder als Flachmaler in Bregenz und Wien, musste als österreichischer Staatsbürger aber dem Aufgebot der Deutschen Wehrmacht Folge leisten. Noch im gleichen Jahr wurde er als untauglich ausgemustert. Bis 1945 blieb Höllrigl in Wien, wo er zweimal verheiratet war, anschliessend übersiedelte er nach Feldkirch. 1956-61 war er als Maler im Elsass angestellt. Ab 1961 lebte er mit einigen Unterbrüchen wieder im Kanton Graubünden, ab 1968 bis zu seinem Tod in Chur. Den Passeintrag "Maler" liess er in "Kunstmaler" abändern; seit Ende der siebziger Jahre gehörte er einer kleinen, aber sehr aktiven Kunstszene in Chur an. Daneben prägte er mit seiner Geselligkeit und seinen philosophischen Gedankengängen die Churer Beizen-Szene und gehörte einfach zum Stadtbild. Zitat Höllrigl: "Die Leute sagen, ich sei ein Spinner! Ich sage dazu, das ist ein Ehrentitel. Ein Maler, der nicht spinnt, ist kein Maler..." Höllrigl breitete in seinem mitteilsamen Werk eine Welt voller Naturerlebnisse aus, erfüllt von menschlichen und tierischen Gesichtern und Figuren. In die scheinbar oft harmlose Harmonie brechen aber immer wieder die Urkraft der Elemente und Unheimliches ein. Da werden die Gesichter zu Fratzen, die Augen starren uns in bodenloser Offenheit an, wir blicken in verborgene Tiefen menschlicher Psyche. Höllrigl starb in Chur am 13. Februar 1986.
Höllrigl ist in der Sammlung des Bündner Kunstmuseums Chur und in verschiedenen Privatsammlungen vertreten.
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