Martin Kottmann
1935 – 2004
Im luzernischen Gerliswil (Gemeinde Emmen) kam Martin Kottmann am 2. Februar 1935 mit dem Apert-Syndrom zur Welt - einer Fehlbildung des Kopfes mit Verwachsungen an Händen und Füssen. Nach Abschluss der Sonderschule in Hohenrain (LU) arbeitete er bei seinem Vater in der Bäckerei; "grammgenau" wog er das Mehl ab und sorgte dafür, dass immer alles am richtigen Ort war. Nach dem Tod des Vaters kam er zunächst in ein Altersheim in Reiden, nach dessen Schliessung 1985-1995 ins Heim Mettmenegg in Fischbach (LU), von wo ihn die Klosterschwester Annarose Schönenberger ins Heim Breiten in Willisau mitnahm. Dort ist Martin Kottmann am 26. September 2004 an Lungenkrebs gestorben. In Breiten betätigte er sich als Sakristan der Hauskapelle, Türschliesser und Helfer in Küche und Speisesaal. Auch hier kam ihm seine Neigung für Zahlen zustatten, wenn er Besteck und Geschirr jeweils genau abzählte und in peinlicher Ordnung versorgte. Überdies war Martin Kottmann für die Entsorgung des Papiers zuständig - und fand hier das Material für seine Kunstwerke. In der Werkstatt in seinem Zimmer bereitete er die Papier- und Buntkartonschnitzel millimetergenau vor und klebte sie dann nach festem Plan auf einen Karton; die Formen ergänzte er durch Collagen aus Fotoausschnitten oder durch Flächen und Figuren, die er mit dem Filzstift hineinmalte. Seine Spezialität waren Geburtstagsbilder, in die er jeweils den Namen des Beschenkten sowie Glückwünsche hineinschrieb.
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Senden Sie eine E-MailLaufzeit: 28. August 2018 – 28. Oktober 2018
Laufzeit: 20. November 2006 – 4. Februar 2007

