Michel Nedjar
1947
Michel Nedjar kommt schon in frühster Kindheit mit Stoffen und Textilien in Kontakt. Seine Eltern, jüdische Einwanderer, betreiben eine Schneiderwerkstatt, die Grossmutter führt einen Secondhand-Kleiderladen auf dem Pariser Marché aux Puces. Mit 15 Jahren verlässt Michel die Schule, absolviert eine Schneiderlehre und führt bald ein eigenes Nähatelier. Hier erschafft er erste, perfekt gearbeitete Puppen, mit dem Ziel, diese in Pariser Boutiquen zu verkaufen.
Abkehr von der bürgerlichen Welt
Der Bruch mit der bürgerlichen Welt geschieht nach Nedjars Militärdienst. Ein Aufenthalt in einem Sanatorium wird nötig und liefert den Anstoss zu Veränderungen. Michel Nedjar bricht zu ausgedehnten Reisen auf, etwa durch Europa, Asien und Mittelamerika. Er sieht farbenprächtige Stoffe auf Mexikos Märkten, taucht in magische Rituale fremder Kulturen ein, lernt Totemfiguren kennen und experimentiert mit halluzinogenen Pilzen.
1976 kehrt Nedjar nach Frankreich zurück. Das Leben als Schneider lässt er hinter sich und verarbeitet die Eindrücke der Reisen nun in künstlerischen Arbeiten. Unter anderem realisiert er düster-mystischen Wesen aus unterschiedlichen Materialien. Diese „Poupées“ sind Fetisch-Figuren aus Zweigen, Seilen, Sackleinen und anderem Abfall, getränkt mit Tierblut und Schlamm. Wo die Augen sitzen sollten, finden sich hier nur dunkle Höhlen. Im Inneren versteckt Nedjar immer wieder Fundstücke wie Schätze, mit dem Ziel, sie so auf ewig überdauern zu lassen. Neuere Puppen setzt Michel Nedjar aus bunten Stoffstücken zusammen, weniger furchteinflössend als die ersten – dafür unbeschwert und wie kindliche Nähversuche wirkend.
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