Paul Kupschina
1922 – 2008
Als ein weiteres ‹Wunder›, beschreibt Josef John den Moment, als er mit Freunden das erste Mal in Dübendorf vor dem Haus von Paul Kupschina steht: eine ehemalige Gärtnerei mit grossen Schaufenstern, aber ohne Blumen, stattdessen gefüllt mit einer grossen Ansammlung von Bildern. Der ehemalige Hilfsgärtner im Familienbetrieb ist überrascht, dass Kunstinteressenten ihn aufsuchen und einige Werke kaufen. Kupschina ist von Geburt an hör- und sprachbeeinträchtigt und kann nur für kurze Zeit eine Spezialschule für Hörbehinderte besuchen. Durch einen Unfall am 6.6.1980, bei dem er unter einen Rangierzug gerät, verliert er ein Bein. Dennoch geht er auf Reisen, meistens nach Mailand und Venedig – 28 Mal soll er in der Lagunenstadt gewesen sein. Hochglanzprospekte und Fotografien nimmt er als Reisesouvenirs nach Hause und dienen ihm als Bildvorlagen. Etwa 1970 beginnt er zu malen. Man kann Kupschina als naiven Vedutenmaler bezeichnen. Seine Stadt- und Architekturbilder zeigen eigenwillige Perspektiven, besonders markant in den wiederholten Darstellungen des Mailänder Doms umgesetzt. Jedes Werk versieht Kupschina auf der Rückseite mit einem schriftlichen Kommentar in seiner ihm eigenen Grammatik. Ein Teil seiner Bilder wurde bei einem Brand in der Gärtnerei zerstört oder beschädigt.
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Senden Sie eine E-MailLaufzeit: 2. Mai 2005 – 10. Juli 2005
Laufzeit: 3. Mai 1996 – 7. Juli 1996

