Leichte Sprache

Bertram Schoch wird 1906 in Lausanne als Sohn eines begüterten Bankiers geboren. Sein Vater war Schweizer aus Appenzell, seine Mutter Französin. Seine Kindheit verlebt er in einem Schloss nahe Versailles. Mit zwei Jahren verliert er seinen Vater und wächst zunächst bei seinem Onkel, später bei seiner Grossmutter auf. Kurz vor seinem Tod verliert der Vater das gesamte Familienvermögen. Ein Hauslehrer unterrichtet ihn, später besuchte er das Collège Saint-Jean in Fribourg. Von 1924 bis 1930 lebt er in Kanada, arbeitet in den verschiedensten Berufen, u.a. als Cowboy und Goldsucher in Kanada. Daneben lernt er das Cellospiel. Um 1930 kehrt er in die Villa seiner Familie in Nizza zurück. Während Bertrams Brüder und Schwestern in religiöse Orden eintreten, übersiedelt Bertram nach Herisau. Dort schlägt er sich als Knecht und Bauarbeiter durch. In dieser Zeit wird er zunehmend zum selbsternannten Propheten und Erneuerer der Religion.

Erfinder des „émail flammé“

1936 lernt er in Zürich eine Künstlerin kennen. Sie arbeitet mit Email, nimmt ihn mit nach Salzburg und führt ihn in die Emailliertechnik ein, die er auf eigene Art weiterentwickelte: Er bearbeitet die schmelzende zusammenfliessende Farbe direkt auf der Kupferplatte. Diese erhitzt er auf der Rückseite mit einem Lötbrenner und erfindet so das sogenannte „émail flammé“, das Feuer-Email.

Während der Kriegsjahre lebt er erneut in Nizza, kehrt danach aber in die Schweiz zurück und beginnt, ab 1945 sich mit okkulten Wissenschaften zu befassen. Parallel schreibt er umfangreiche philosophische Traktate. Bertram sucht die „Kunst des Wahren, Guten und Schönen“ („Les Arts du Vrai, du Bien, du Beau“) und fühlt sich durch seine Arbeit mit Feuer und Elementen mit höheren Mächten verbunden. Ab 1956 bis zum Tod 1987 lebt er als freischaffender Emailleur in Monthey VS. Seine kleine Werkstatt dient ihm gleichzeitig als Atelier, Ausstellungsraum und Wohnung. Sein Sendungsbewusstsein und seine religiösen Theorien stossen mehr und mehr auf wachsendes Misstrauen. Im Dorf zeigt man ihm offene Ablehnung, die in einer vierjährigen Internierung in der Psychiatrischen Klinik Malévoz ihren Höhepunkt findet. Bertram stirbt 1987 in armseligen Verhältnissen.

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Insgesamt 3 Ausstellungen

Aussenseiter & Randständige der Volkskunst rund um den Säntis – Appenzeller Brauchtumsmuseum, Monika Steingruber, Urnäsch
Laufzeit: 9. April 2016 – 13. Januar 2017
Der Tiger vom Säntis – Die Sammlung aus dem Koffer – Museum im Lagerhaus, St. Gallen
Laufzeit: 15. November 1999 – 30. Januar 2000
Betram [Schoch] (1906–1987) – Museum im Lagerhaus (bis 1994 Vadianstrasse 57), St.Gallen
Laufzeit: 22. Februar 1991 – 20. April 1991
Aussenseiter & Randständige der Volkskunst rund um den Säntis – Appenzeller Brauchtumsmuseum, Monika Steingruber, Urnäsch
Laufzeit: 9. April 2016 – 13. Januar 2017
Der Tiger vom Säntis – Die Sammlung aus dem Koffer – Museum im Lagerhaus, St. Gallen
Laufzeit: 15. November 1999 – 30. Januar 2000
Betram [Schoch] (1906–1987) – Museum im Lagerhaus (bis 1994 Vadianstrasse 57), St.Gallen
Laufzeit: 22. Februar 1991 – 20. April 1991

1 Kunstwerke von Bertram Schoch

Bertram Schoch
"Frau und Aquarium" (Überlieferter Titel)
Mischtechnik auf Papier (auf Pavatex)
undatiert
Inventar-NR. oam_0019496
Bertram Schoch
"Frau und Aquarium" (Überlieferter Titel)
Mischtechnik auf Papier (auf Pavatex)
undatiert
Inventar-NR. oam_0019496