Alois Wey
1894 (Murg am Walensee) – 1985 (Wittenbach)
Auch Alois Weys künstlerisches Schaffen beginnt erst im hohen Alter von achtzig Jahren im Altersheim. 1976 organisiert Josef John die erste Ausstellung des heute bedeutenden Outsider-Künstlers im Ortsmuseum Wittenbach. Alois Wey wächst bei seiner Grossmutter auf, erlernt den Beruf des Dachdeckers wie sein Vater und führt später verschiedene Tätigkeiten aus. Zwischendurch wird er wiederholt im Bürgerheim seines Heimatortes Goldingen untergebracht. 1919 tritt er dem Schweizerischen Blauen Kreuz bei und bekämpft seine Alkoholsucht. Seit 1974 lebt er im Bürgerheim Kappelhof in Wittenbach. Alois Wey entwirft Traumpaläste, Prunkbauten, Kirchen. Die ersten Zeichnungen in zurückhaltender Farbigkeit orientieren sich noch an realistischen Bauformen. Sein Spätwerk zeichnet sich durch leuchtende Farbfelder aus, die sich wie Farbteppiche zu fantastischen Architekturen zusammensetzen. Den Umgang mit den Farbstiften hat er selbst herausfinden müssen, ‹damit keine Farbe die andere herausdrückt›, sagt er. Landschaft deutet Wey nur ausschnittsweise in Tordurchblicken an oder in schematischen Gebirgsketten an einem extrem hoch angesetzten Horizont. Einen ‹Visionär› nannte ihn Alfred Bader. ‹Der Unbehauste, der er gewesen war, hat sich niedergelassen in den festlichen Räumen seiner Malerei›, schrieb Josef John zu Weys neunzigsten Geburtstag.
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