Adolf Wölfli
29.02.1864 (Bowil (BE), Schweiz) – 1930
Vom Geisteskranken zum Künstler
Adolf Wölfli wird am 29. Februar 1864 in Bowil (BE) geboren. Als er sieben Jahre alt ist, verlässt sein Vater die Familie. Die Kinder bleiben bei ihrer Mutter, werden aber zwei Jahre darauf an verschiedene Bauernfamilien verdingt. Der kleine Adolf arbeitet als Ziegenhirte und Knecht. Später wird er Holzer und Handlanger. 1890 kommt er wegen Notzuchtversuchs ins Gefängnis, nach Wiederholung bringt man ihn 1895 in die Irrenanstalt Waldau bei Bern, wo ihm «dementia paranoides» (Schizophrenie) diagnostiziert wird. Er bleibt bis zu seinem Lebensende 1930 interniert.
Nach vier Jahren Internierung beginnt Wölfli zu zeichnen und erschafft sich ab 1908 in fünf umfangreichen Schriften eine heroische Alternative seiner Lebensgeschichte. Wölfli erzählt darin von seinen fantastischen Abenteuern, in denen er sich letztlich selber zum Weltenschöpfer glorifiziert. Seine oft symmetrischen Zeichnungen vereinen Text, Musiknoten und Ornamente, in denen immer wieder Gesichter und architektonische Elemente aufscheinen. Die Rückseite ist meist der Schrift vorbehalten, wobei Texte und Noten kaum les- und interpretierbar sind. Vielmehr dienen die musikalischen Elemente einer Art rhythmischer Strukturierung. Insgesamt entstehen auf diese Weise über 25’000 Blätter. Adolf Wölflis Werk wird erstmals durch den Psychiater Walter Morgenthaler gewürdigt, der an der Waldau arbeitet und ihm 1921 eine Monografie widmet. In den 1940er-Jahren wird Wölflis Oeuvre dann auch von Jean Dubuffet entdeckt und in seine berühmte Art Brut-Sammlung aufgenommen. Harald Szeemanns spektakuläres Adolf Wölfli-Kabinett auf der 5. documenta schliesslich, macht Wölfli zu einem der weltweit prominentesten Art Brut-Künstler des 20. Jahrhunderts und bringt ihn auch in den Kontext zeitgenössischer Kunst.
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