Franz Hartl
1913 – 2003
Komponist und Sonderling
Franz Hartl wächst als zehntes von elf Kindern in Zürich auf. Nach der Schule absolviert er eine Lehre zum Buchdruck-Maschinenmeister und hängt ein Musikstudium am Konservatorium an, das er aber nie abschliesst. Er arbeitet als Organist in Zürich und Oberwinterthur und gibt Musikunterricht. Seine musikalischen Kompositionen finden wenig Anklang und werden als «nicht spielbar» abgelehnt. Der tief gläubige Katholik führt ein Leben als Einzelgänger. Auch seine Ehe, die er mit über 60 Jahren eingeht, ist nur von kurzer Dauer.
Das harmonische und disharmonische Bild
Hartl flieht sich ab 1939 in religiös-philosophische Theorien, mit denen er nicht nur das Wesen der Musik, sondern sämtlicher Künste und der Welt-Schöpfung überhaupt zu ergründen sucht. In den 1940er Jahren setzt er sich intensiv mit seiner Idee vom «harmonischen Bild» des Himmels und dem «disharmonischen Bild» der Hölle auseinander. Es entstehen geometrisch angelegte Zeichnungen, denen komplizierte Farb- und Formkonzepte zugrundeliegen. Darüber hinaus zeichnet er für sein «Geisterspiel» die Protagonisten der Engels- und Teufelsränge und entwirft Architektur und Fresken für eine «Herrlichkeitskirche».
Entdeckung nach seinem Tod
Erst nach Hartls Tod 2003 wird sein bildnerisches Werk entdeckt. Das Konvolut von rund 200 Blättern befindet sich heute als Depositum im Museum im Lagerhaus. Der umfangreiche musikalische Nachlass sowie seine Schriften werden von der Zentralbibliothek Zürich betreut.
Disclaimer: Wir sind bemüht unsere Einträge aktuell zu halten. Über Hinweise sind wir dankbar.
Senden Sie eine E-MailLiteratur
Laufzeit: 28. September 2018 – 6. Januar 2019
Laufzeit: 28. August 2018 – 28. Oktober 2018
Laufzeit: 10. September 2015 – 22. Mai 2016
Laufzeit: 22. März 2014 – 9. November 2014

