Manuel Müller
1955
Vielleicht aus Abgrenzung zum bekannten Vater, vielleicht nach dessen Enttäuschung skeptisch gegenüber dem Kunstmarkt, hat sich Manuel Müller (*1955) nie in den Kunstbetrieb begeben und ist immer ein künstlerischer ‚Eigengänger‘ geblieben. Ihn treibt das Wechselspiel vom Ich zum Du, das Spiel mit dem alter ego. Seine Holzschnitte wie Skulpturen kreisen um das Bildnis, um das Selbst im menschlichen Antlitz. Darin korrespondieren sie mit den vielfältigen (Selbst-)Bildnissen Robert Müllers. Das Movens menschlichen Seins nährt sich bei Manuel Müller aus der Dialektik von Eros und Thanatos. Eros als allumfassende Stimulans, die im künstlerischen Schaffen die Endlichkeit zu überwinden vermag und in der künstlerischen Transzendenz eine Überwindung des Ich darstellt. So liegt dem wiederkehrenden Spiel der Geschlechter immer das Ego zugrunde. Auch hier findet sich eine Nähe im Werk von Sohn und Vater, wenngleich Manuel Müller sich dem Wesen der Mutter stärker verbunden fühlt. Ihre Verbindung spiegelt sich in zwei kleinen Collagen aus Fotoporträts von Manuel und Miriam.
Nicht selten lösen seine Arbeiten Irritation aus, ausserhalb zeitgenössischer Tendenzen der Kunst stehend, ohne wirklich Outsider Art zu sein. Nicht nur das Werk kann aufgrund des medialen Zusammenspiels verschiedener Techniken und Materialien als «Hybrid» bezeichnet werden, sondern auch der Künstler selbst. «Betwixt two worlds», wie Michel Thévoz sagt. «In jeder Hinsicht befindet sich Manuel Müller in einer Grenzposition. Nichts ist jedoch weniger unentschlossen als diese Erkundung des Dazwischen.»
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