Linda Naeff
geb. 1926 – 20.02.2014
Linda Naeff wird als zweites von fünf Kindern in Bagnolet nahe von Paris geboren. Die Eltern, ausgewanderte Schweizer, leben im Konkubinat. Der Vater, der Lindas Mutter kennenlernte als er bereits verheiratet war, strebt zwar die Scheidung an – aber diese wird nie durchgeführt. Als das in der Nachbarschaft der Familie bekannt wird, löst das einen Skandal aus. Dieser ist so gravierend, dass die Familie schliesslich zum Ausziehen gezwungen ist. Linda leidet unter diesen Ereignissen. Verstärkt wird dies noch dadurch, da ihre von Depressionen und Selbstmordgedanken geplagte Mutter ihr keinen Halt geben kann.
Zerfall der Familie
Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die erzwungene Rückkehr ins schweizerische Heimatdorf des Vaters führen zum Zerfall der Familie. Die Töchter kommen zu verschiedenen Verwandten des Vaters, meist Bauern. Linda erfährt alle Formen der Erniedrigung bis hin zur Vergewaltigung. 1956 – sie hat inzwischen geheiratet – zieht Linda Naeff mit ihrem aus Altstätten im St. Galler Rheintal stammenden Mann Jo nach Genf. Dort bringt sie zwei Töchter zur Welt. Fünf Söhne verliert sie jeweils in weit fortgeschrittener Schwangerschaft.
Linda Naeff engagiert sich in sozialen Aktivitäten, macht Theater und spielt in Revuen. Lyrische und autobiographische Texte, die sie schreibt, sind grösstenteils durch unglückliche Umstände verloren. 1987 beginnt sie als Autodidaktin zu malen, später auch plastisch zu arbeiten. In rastlosem Schaffen entstehen so mehrere tausend Bilder und Skulpturen. Es sind ausnahmslos Werke, in denen sich die tiefen Verwundungen der Künstlerin spiegeln. Gleichzeitig zeugen sie aber auch von unbändigem Lebenswillen und Überlebenskraft. Alle ihre Arbeiten signiert Linda Naeff mit „LM II“ – „Linda, Matricule II“ – die Zweitgeborene, wie sie als Kind meist genannt wird.
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