Aloïse Corbaz
28.06.1886 (Lausanne, Schweiz) – 05.04.1964 (Gimel, Schweiz )
Eine imaginäre Liebesbeziehung
Eine der international wichtigsten VertreterInnen der Art Brut ist Aloïse Corbaz. Obwohl sie eigentlich davon träumte Opernsängerin zu werden, arbeitete sie nach einem höheren Schulabschluss als Schneiderin. Ab 1911 ist sie Gouvernante am Hof Wilhelms in Deutschland und entwickelt eine obsessive Liebe für den Kaiser. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrt Aloïse in die Schweiz zurück. Bald darauf wird ihr Schizophrenie diagnostiziert, worauf sie in ein Heim in Cery-sur-Lausanne eingewiesen wird. Zwei Jahre später, 1920, wird sie ins Spital la Rosière in Gimel-sur-Morges verlegt, wo sie den Rest ihres Lebens verbringt. Dort beginnt sie auch zu schreiben und zeichnen – anfänglich im Stillen für sich, später dann mit der Unterstützung des Spitalpersonals.
Selbstbewusste Frauen und kühle Erotik
Aloïse arbeitet vorwiegend mit Farbstift auf Packpapier, das sie teilweise zusammennäht. So entsteht ihr umfangreiches Werk aus bunten Welten, in denen historische Liebespaare, bei denen die Frau im Zentrum steht, ihr Hauptthema sind. Selbstbewusst präsentieren sie ihre sinnlichen Körper und strahlen eine ungewöhnlich kühle Erotik aus. Diese Unnahbarkeit wird durch die bestechend blauen Augen verstärkt. Diese Augen erlauben es nach aussen zu schauen, verwehren aber den Blick in ihr Inneres, so die Künstlerin selbst.
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