Paul Schlotterbeck
1920 – 1998
Als den Schweizer Robillard kann man Paul Schlotterbeck bezeichnen. Wie dieser konstruiert Schlotterbeck mit Vorliebe Waffen aus Fundobjekten, aber auch Panzer, Helikopter, Flugzeuge und Schiffe aus Karton. Das kriegerische Gerät benötigt er zum Schutz. Stets trägt er eine selbst gemachte Offiziersmütze auf dem Kopf und eines seiner Gewehre mit sich. Es sind einfachste Materialien, die Schlotterbeck verwendet und die Werke besonders fragil machen. Viel hat er auch nicht besessen. Paul Schlotterbeck ist gehörlos, körperlich und geistig beeinträchtigt. Mit 28 Jahren kommt er 1948 in die Kantonale Psychiatrische Klinik Herisau, wo er neunzehn Jahre, bis 1987, lebt. Dort beginnt er in den sechziger Jahren mit der Arbeit an seinen Objekten. ‹Es sind Instrumente der Macht, der Verteidigung, der Flucht. Es sind allesamt Werkzeuge, um der Härte der Welt, den Bedrohungen, denen sich Paul Schlotterbeck ausgesetzt fühlte, entgegenzutreten. Es sind Wünsche in Form von Waffen gegen die Not des Verletzlichen, Schutzlosen, Einsamen› (Ursula Badrutt, 2007). Seit 1987 verbringt er seine letzten Lebensjahre im Altersheim Ebnet in Herisau, wo er in der ersten Zeit anstelle der Waffen Häuser aus Karton baut. An einer Ausstellung von Patientenarbeiten in der Psychiatrischen Klinik lernt Josef John das Werk Schlotterbecks kennen, woraus eine persönliche Beziehung entsteht. Arbeiten von Schlotterbeck sind u.a. 2001 in der Ausstellung ‹Der imperfekte Mensch› im Hygiene-Museum Dresden und 2002 im Walter-Gropius-Bau in Berlin vertreten.
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Laufzeit: 21. Februar 2004 – 15. Mai 2004

