Werner Baptista
1946 – 2012
Werner Baptista ist am 24. Juli 1946 in Zürich geboren und wächst in der Limmatstadt auf. Aus einer einkommensschwachen Familie stammend, muss er nach dem Schulunterricht mithelfen und wortwörtlich sein Brot in der Bäckerei verdienen, wo auch sein Vater arbeitet. Nach dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit heuert er mit 16 Jahren auf einem Schiff an und erlernt während seiner Zeit auf See verschiedene Tätigkeiten. Nach einem Unfall an Bord kehrt er mit einem Rucksack voller Geschichten und Erinnerungen nach Zürich zurück. Er beginnt zu schreiben, will die Bilder aus der eigenen Erinnerung festhalten und die vielen Geschichten erzählen. Doch Baptista ist mit seinen Texten nicht zufrieden, findet dagegen in der Malerei sein künstlerisches Ausdrucksmittel, um seine Gefühle, Geschichten und Erinnerungen detailreich, vielschichtig und lebendig darzustellen.
Er malt, reisst, klebt, zeichnet, skizziert und collagiert – mal abstrakt, mal entstehen Darstellungen seiner Träume und Dämonen. Impulsiv mit kräftig-bunten Farben und häufig um Collage-Elemente ergänzt entstehen seltsame Gestalten zwischen Mensch und Teufel, oft aggressiv sexualisiert. Malend setzt er seine unbändige Fantasie in allen Formaten um, lässt Farbflecken zu bizarren Kreaturen anwachsen oder lässt aus trivialen Sujets der Popkultur rätselhafte Wesen entspringen. Roh, spontan und eigenwillig. Malkurse hat er nie besucht, er ist reiner Autodidakt. Umso erstaunlicher, was er auf Papier oder Leinwand kreiert.
1988 verlässt Werner Baptista die Schweiz und siedelt nach Paris um. Mitten im Herz der französischen Hauptstadt, im Künstlerviertel Marais und ab 1991 nach einer kurzen Rückkehr nach Zürich im Stadtteil Passy, dem 16. Arrondissement am rechten Ufer der Seine, arbeitet er als freischaffender Künstler. Auf den Strassen der beiden Stadtbezirke kommt er schnell mit dem bunten Leben auf der Strasse in Kontakt. Das Milieu der Pariser Strassenviertel ist ein prägender Faktor für Baptistas künstlerisches Schaffen. Sein Lebensraum, die Menschen und ihre Geschichten sind Inspirationsquelle für den Künstler. Migranten, Prostituierte, Obdachlose, Transvestiten, Menschen, die durch alle Maschen des sozialen Netzes gefallen sind, interessieren ihn, aber auch Ungleichheit, Ausgrenzung und soziale Ungerechtigkeit. In seinen Werken zeigt er eine Vorliebe für Aussenseiter, ein Gespür für die Abgründe des Daseins und eine aussergewöhnliche Fähigkeit in der Schilderung dieses Milieus. Wichtig sind diese Erinnerungen nicht nur als Zeitzeugnis, sondern auch als Beschreibung des Lebens eines Künstlers, der bis zu seinem Tod 2012 als Aussenseiter und Medium an den Grenzen der Gesellschaft künstlerisch wirkte.
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