Adelheid Duvanel – Nah bei dir
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«Intensiv und ergreifend.» Hansjörg Schneider
Bis kurz vor ihrem Tod berichtet Adelheid Duvanel der befreundeten Autorin Maja Beutler fast in Echtzeit aus ihrem Leben, monatlich, manchmal täglich. Parallel dazu ihre Korrespondenz mit dem Lektor Klaus Siblewski, der sie bis an ihr Lebensende begleitet, in Krisen zum Weiterschreiben ermutigt, ihr hilft, Werkbeiträge und Stipendien zu erhalten. Lakonisch bis selbstironisch, manchmal aber auch verzweifelt erzählt Adelheid Duvanel aus ihrem schwierigen Alltag, von den Aufenthalten in der Klinik, von der desaströsen Beziehung mit ihrem Mann Joe, von der Drogensucht und Aidserkrankung der Tochter.
Aber auch vom Schreiben und Lesen handeln die Briefe, der Figurenkreis der Erzählungen taucht auf, manche Szenen sind sogar wörtlich in die Texte eingegangen.
«Nah bei Dir» ist eine Art Tagebuch in Briefform, ein nüchternes Protokoll über ein schweres, unerträgliches Leben und das erschütternde Selbstporträt einer Autorin, die den widrigsten Umständen lange standhält und ihnen grosse Kunst abringt.
«Die Erzählungen dieser außerordentlichen Dichterin einer schwarzen Anthropologie erhalten mit diesem erschütternden Briefband eine Fortsetzung: Sie sind von nun ab Teil des Werks einer immer noch und immer wieder zu entdeckenden herausragenden Schriftstellerin.» Michael Krüger
1. 6. 1994
Sehr geehrter Herr Doktor Siblewski,
heute sind die drei Bücher «Gnadenfrist» angekommen und ich habe in eins folgende Widmung für den Arzt geschrieben, der mich nur missverstanden hat: «Gesprochene Worte verstehen wollen ist vielleicht wie Fische fangen wollen in der Luft.» Ich überreichte ihm das mit diesem Satz «bereicherte» Buch demütig, aber hochmütig. Er hat sich sehr bedankt. Wir haben einander mit unschuldigen Augen angeblickt.


