Alfred Leuzinger
1899 – 1977
Einer der bedeutendsten Art Brut-Künstler der Schweiz ist Alfred Leuzinger. Leuzinger ist von Geburt an körperlich beeinträchtigt und gehörlos – ‹taubstumm›. Wegen seiner Behinderung besucht er anstelle der Dorfschule 1909 bis 1915 die Sprachheilschule und Taubstummenanstalt Rosenberg in St.Gallen, die er später auch in seinen Zeichnungen benennt. Wenig ist über seine verschiedenen Lebensstationen bekannt, doch weder erlernt er einen Beruf noch ist er erwerbstätig. 1944 kommt er 45jährig ins Bürgerheim Wattwil, das er, abgesehen von einigen Ferienaufenthalten, nicht mehr verlässt. Er macht sich bei Feld- und Gartenarbeiten nützlich und beginnt in den fünfziger Jahren zu zeichnen. Zufällig, durch seine Besuche bei Heinrich Bleiker, entdeckt ihn hier in den sechziger Jahren der Sammler Josef John. Leuzinger erfährt zum ersten Mal, dass sich jemand für sein Werk interessiert. Isoliert durch seine Sprachlosigkeit, bietet die Kunst eine andere Form der Zwiesprache. Die vollendeten Zeichnungen legt er in seinen Schrank, der vom Pflegepersonal immer wieder ‹aufgeräumt› und geleert wird. So sind trotz etwa zwanzig Jahren künstlerischer Tätigkeit nur rund 100 Blätter erhalten geblieben, davon 21 in der Sammlung John, und heute international gefragt. Charakteristisch sind serielle Reihungen der Motive sowie ungewöhnliche Perspektiven und Bildausschnitte. Maschinen faszinieren ihn, Züge, Gleise, Tunnel, Brücken zeugen von seiner Begeisterung für die Eisenbahn. Einmalig ist das in der Sammlung John bewahrte Selbstporträt.
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